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Donezk ohne Trinkwasser

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Donezk ohne Trinkwasser

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Die von den Separatisten gehaltene ostukrainische Großstadt Donezk ist praktisch ohne Trinkwasser. Artilleriebeschuss hat die Stromversorgung der Hauptwasserleitung beschädigt. Mit Hamsterkäufen versuchen die in der Stadt gebliebenen ihren privaten Bedarf zu sicher. Den großen Supermärkten geht langsam das Wasser aus:

“In den Wasserreservoirs ist kaum Wasser. Deshalb kaufen wir in den großen Supermärkten. Die kleineren Geschäfte haben schon kein Wasser mehr”, berichtet Manager Andrej.

“Senioren haben mich gebeten, ihnen Wasser zu besorgen”, sagt Taxi-Fahrer Alexander.

Am Busbahnhof ist jeden Tag viel los. Wer kann, will raus aus Donezk. Nach russischen Angaben fliehen täglich 500 bis 2.000 Menschen aus der Ostukraine. Jenseits der Grenze im Gebiet Rostow haben die Behörden ein Auffanglager eingerichtet. Dort kommen jene unter, die nicht zu Verwandten ziehen können:

“Das ist nicht mein Krieg. Ich hab’ ihn nicht gewollt, auch meine Mutter, meine Schwiegermutter und mein Schwiegervater oder meine Kinder nicht. Wir haben alles zurückgelassen. Vielleicht ist das schon alles weg”, klagt der 40-jährige Bergmann Roman Duchak.

“Meine Schwester lebt in Sotschi. Ich wollte dahin. Ich wollte es zumindest versuchen. Ich wollte dort einen Job finden und ein ruhiges Leben. bis alles vorbei ist, falls es je vorbei ist”, erzählt die 26-jährige Aljona.

Im Schnitt werden pro Tag in der Ostukraine 60 Menschen getötet. Anfang August hat sich die Zahl auf 60 erhöht.

Nach UN-Angaben haben etwa 344 000 Menschen wegen der Kämpfe ihre Heimat verlassen. Etwas mehr als die Hälfte ist über die Grenze nach Russland geflohen.