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Argentinien will Zank-Anleihen umtauschen

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Argentinien will Zank-Anleihen umtauschen

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Argentinien will die Blockade seiner Schuldendienst-Zahlungen in New York umgehen. Gläubiger sollen ihre Anleihen gegen neue Schuldtitel eintauschen können, die unter argentinisches Recht fallen.

US-Richter Thomas Griesa hatte im Streit mit Hedgefonds Zahlungen an kooperationswillige Gläubiger blockiert – die allermeisten hatten nach Argentiniens Staatspleite auf mehr als zwei Drittel ihrer Anleihesummen verzichtet. Die Hedgefonds wollen 100 Prozent zurück.

Staatschefin Cristina Fernández de Kirchner kündigte im Fernsehen ein Gesetz an:

“Wir erwarten nicht, dass die 7,6 Prozent unwilligen Gläubiger kommen und umtauschen wollen. Um unsere Zahlungsfähigkeit und unseren guten Willen zu demonstrieren, werden wir trotzdem das Geld hinterlegen (in der Filiale der Banco de Argentina). Dann ist es ihre Entscheidung.”

Der Schuldendienst für die Gläubiger der Umschuldungen von 2005 und 2010 solle dann über Treuhandkonten in Argentinien ausgezahlt werden.

Griesa hatte die Auszahlung von 539 Millionen Dollar Zinsen blockiert, die Argentinien der Bank of New York Mellon (BNYM) am 26. Juni für die Mehrheit der Anleihebesitzer überwiesen hatte.

Argentinien weigert sich, den Hedgefonds mehr anzubieten als für 92,4 Prozent der nach der Staatspleite umstrukturierten
Auslandsschuld ausgehandelt worden ist.

Wenn das Urteil Griesas durchkommt würde die sogenannte RUFO-Klausel (“Rights Upon Future Offers”) alle Gläubiger berechtigen, dieselbe Rückzahlung des Nominalwerts der Bonds einzufordern. Das sei für Argentinien unbezahlbar, argumentiert die Regierung.

Argentinien hatte sich Ende 2001 mit gut 100 Milliarden Dollar Schulden für zahlungsunfähig erklärt. Wenn sich die Hedgefonds durchsetzen, könnte eine Kettenreaktion laut Experten bis zu 500 Milliarden Dollar kosten.

su mit dpa, Reuters