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Brasilien: Nachrückerin von totem Präsidentschaftskandidaten wird Rousseff gefährlich

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Brasilien: Nachrückerin von totem Präsidentschaftskandidaten wird Rousseff gefährlich

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Es war ein tragischer Vorfall im brasilianischen Wahlkampf, und er hat die Ausgangslage der amtierenden Präsidentin und Kandidatin Dilma Rousseff offenbar deutlich verschlechtert.

Oppositionskandidat Eduardo Campos war vor einer Woche bei einem Flugzeugabsturz tödlich verunglückt. Am Dienstag organisierte seine Partei, die Sozialisten, einen Trauergottesdienst für den Verstorbenen.

Nun verhilft die wahrscheinliche Nachrückerin, Campos Vizepräsidentschaftskandidatin Marina Silva, der Partei aus dem Stand weg zu deutlich besseren Umfrageergebnissen. 21 Prozent der Brasilianer sprachen sich jüngst für die Sozialisten unter der früheren grünen Umwelministerin Silva aus – dreimal mehr, als noch unter Campos.

Bei einer Stichwahl zwischen beiden Persönlichkeiten würden sich demnach sogar vier Prozent mehr für Silva als für die amtierende Präsidentin entscheiden. Noch sei aber alles in Bewegung, so der politische Analyst Ricardo Ismael. Ein Teil der Wähler habe sich zwar schon auf Rousseff, Neves oder Silva festgelegt, viele bildeten sich aber gerade erst eine Meinung zur neuen Situation.

Vor allem bei jüngeren Wählern kommt die Umweltschützerin offenbar an – als Alternative zum alten Machtkampf zwischen Dilma Rousseffs Arbeiterpartei und Aécio Neves Sozialdemokraten.