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Islamischer Staat - Al-Kaidas zweites Gewand

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Islamischer Staat - Al-Kaidas zweites Gewand

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Mit der angeblichen Enthauptung des US-Journalisten James Foley ziehen die Kämpfer der Organisation Islamischer Staat weiter Aufmerksamkeit auf sich.

Die Gruppierung ist keine neue Erscheinung, sie entstand bereits vor mehr als zehn Jahren. Es war die Zeit des Irakkrieges. Der Einmarsch unter Führung der Vereinigten Staaten setzte der Herrschaft von Machthaber Saddam Hussein ein Ende.

Schon damals strebte Al-Kaida unter Osama Bin Laden die Errichtung eines Kalifats auf Grundlage der Scharia an. Auch im Irak gab es eine Al-Kaida-Zelle, geführt von dem sunnitischen Jordanier Abu Musab Al-Zarqawi. Ein US-Luftschlag tötete ihn im Jahr 2006. Daraufin zerfiel seine Terrorzelle. Deren Mitglieder suchten Zuflucht in Syrien – und formierten sich neu.

Die dschihadistische Bewegung erstarkte ab dem Jahr 2010 unter dem Einfluss ihrer aktuellen Führungsfigur Abu Bakr Al-Baghdadi. Heute ist die Gruppierung unter dem Namen Islamischer Staat (IS) bekannt.

Die Organisation gewann während des syrischen Bürgerkriegs weiter an Bedeutung. Die Zahl der Anhänger wuchs durch Rekrutierungen im In- und Ausland, vor allem in der Europäischen Union. Die vermummte Person auf dem verbreiteten Video spricht mit britischem Akzent. Philip Hammond, der britische Außenminister, gibt sich beunruhigt: “Das ist nicht nur ein Problem der Region, Syriens oder ein irakisches Problem. Nein, es ist auch unseres, des Vereinigten Königreichs, Europas und Nordamerikas. Wenn es diesen Leuten gelingen sollte, ein Kalifat zu errichten, wie sie es nennen, werden sie dieses als Basis für Angriffe auf westliche Staaten nutzen.”

Die Organisation Islamischer Staat greift nach der Macht im Irak. Kein unerreichbares Ziel, vor allem, seit die US-Truppen das Land verlassen haben.

Stoppen lassen sich die Dschihadisten offenbar durch die Bombardierung ihrer Stellungen, das haben die USA vor kurzem erkannt und eingegriffen.

Diese Angriffe bleiben nicht unbeantwortet. Mit Videos, die angeblich Geiseln zeigen, wendet sich die Organisation an die Weltöffentlichkeit. Die USA sollen wissen, dass die Dschihadisten auf Vergeltung aus sind.