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Brasiliens Sozialisten küren Silva zur Präsidentschaftskandidatin

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Brasiliens Sozialisten küren Silva zur Präsidentschaftskandidatin

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Die Sozialistische Partei Brasiliens hat die Umweltpolitikerin Marina Silva offiziell als Präsidentschaftskandidatin nominiert. Silva ersetzt Eduardo Campos, der vor einer Woche bei einem Flugzeugabsturz getötet worden war. Die Parteiführung stellt sich einstimmig hinter die bisherige Vizepräsidentschaftskandidatin. Ihre Nominierung war allgemein erwartet worden.

“Ich spüre, dass die PSB die Zukunftspläne weiterführen wird, die von Eduardo Campos entworfen worden waren”, sagte die 49-Jährige nach ihrer Nominierung in Brasilia.

Um die Bedenken des mächtigen Agrarsektors, der für ein Viertel der brasilianischen Volkswirtschaft steht und für 44 % der Exporte sorgt, auszuräumen, stellten die Sozialisten ihr den Kongressabgeordneten Beto Albuquerque aus dem stark landwirtschaftlich geprägten Bundesstaat Rio Grande do Sul als Vizepräsidentschaftskandidaten zur Seite.

Die ehemalige Umweltministerin ist weitaus populärer als Campos. Sie gilt als Außenseiterin, die keine Verbindungen zur politischen Elite Brasiliens besitzt. Silva spricht vor allem junge und von den etablierten Politikern enttäuschte Wähler an. Aufgrund ihrer gelebten religiösen Überzeugung kommt sie auch bei der wachsenden Zahl evangelikaler Christen an.

Ihre Nominierung schadet vor allem den konservativen, wirtschaftsfreundlichen Sozialdemokraten. Deren Kandidat Aécio Neves muss nun um den Einzug in die Stichwahl bangen. Silva schloss in den jüngsten Meinungsumfragen zu ihm auf.

Sollte sie ihn überrunden und in die Stichwahl kommen, dann hätte sie vermutlich sogar gute Aussichten, Staatspräsidentin Dilma Rouseff zu schlagen.

Weiterführende Links

Marina Silva

Partido Socialista Brasileiro, PSB

Aécio Neves

Dilma Rouseff