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Euro zwischen Wachs und Granit

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Euro zwischen Wachs und Granit

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Spekulationen auf eine baldige Zinserhöhung in den USA geben dem Dollar weiter Rückenwind: Der Euro fiel auf bis zu 1,3243 Dollar zurück und markierte damit ein neues Elfeinhalb-Monats-Tief.

Ist das die Euro-Abwertung, die sich Manager von Airbus und Politiker aus Frankreich und Südeuropa wünschen? Oder schon zu viel?

Adam Cole, RBC Capital Markets :

“Wir meinen, der Euro ist nach den meisten Maßstäben richtig bewertet. Wenn im Hinblick auf die langfristige Wettbewerbsfähigkeit 1,20 bis 1,30 fair sind, dann ist er – wenn überhaupt – marginal überbewertet.”

Dabei geht der Euro nicht allein in die Knie.

Auch zur japanischen Währung kletterte der Dollar bis auf 103,96 Yen, den höchsten Kurs seit fast fünf Monaten.

Phyllis Papadavid, BNP Paribas:

“Gewiß gibt die Wachstumsschwäche in Europa Anlass zur Sorge in den Beratungen der Europäischen Zentralbank. Das und die niedrige Inflation drücken die Einschätzung des Euro.”

Das Problem der EZB: Durch die Ukraine-Krise hinkt Europa konjunkturell noch weiter hinter den USA oder Großbritannien her als ohnehin schon.

Die Märkte erwarten eine Zinswende in Großbritannien oder den USA Mitte nächsten Jahres. Wenn die Euro-Konjunktur dann immer noch keinen Anschluss gefunden hat, könnte Europas Industrie durch einen weiteren Euro-Verfall noch konkurrenzfähiger werden. Aber die Konsumenten – durch importierte Inflation – noch weniger kaufkräftig.

Mit den Worten von Bundesbankchef Jens Weidmann: “Erfahrungen vergangener politisch herbeigeführter Abwertungen belegen, dass sie in aller Regel zu keinem nachhaltigen Gewinn an Wettbewerbsfähigkeit führen”. Letztlich laufe eine solche Politik “auf eine höhere Inflation hinaus”.

su mit dpa, Reuters