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Hamburger-Krieg in Moskau

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Hamburger-Krieg in Moskau

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Die russische Verbraucherschutzbehörde Rospotrebnadsor hat in Moskau vier Filialen der US-Schnellimbisskette McDonald’s geschlossen. Bei Inspektionen zwischen dem 18. und 20. August seien “zahlreiche Verstöße gegen gesetzliche Hygiene-Anforderungen entdeckt worden” hieß es zur Begründung. McDonald’s teilte mit, man prüfe die Vorwürfe. Einige Beobachter vermuten jedoch politische Gründe für die Schließung.

“Ach ich weiß nicht”, meint Kunde Piotr, “dieser McDonald’s ist doch ein russisches Unternehmen. Das zu vermuten geht zu weit. Da gibt es keine Verbindung nach Amerika. Das ist schon lange ein russisches McDonald’s. Das ist kein politisches Problem, da muß etwas nicht stimmen”.

“Sie treffen uns gelegentlich mit irgendwelchen Sanktionen. Warum sollten wir nicht antworten?”, fragt sich Iwan. “McDonald’s ist ein so mächtiges Symbol des Westens, dass es ein guter symbolischer Schritt ist, zu zeigen, dass auch wir Zähne haben!”

McDonald’s betreibt in Russland rund 400 Restaurants. Das Unternehmen hatte zu Zeiten der Sowjetunion als erster internationaler Fast-Food-Konzern eine Filiale in der russischen Hauptstadt eröffnet. Nach der Angliederung der Krim an Russland hatte es seine Filialen auf der Schwarzmeerhalbinsel aus “betrieblichen Gründen” geschlossen.

Beobachter befürchten, dass als Antwort auf US-Wirtschaftssanktionen McDonald’s aus Russland ganz verbannt werden könnte.

Weiterführende Links

Verbraucherschutzbehörde Rospotrebnadsor (russisch)

Verbraucherschutz Moskau (russisch)

McDonald's Russland (russisch)