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Rekordstrafe für Bank of America: "Die haben den Leuten saure Milch angedreht"

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Rekordstrafe für Bank of America: "Die haben den Leuten saure Milch angedreht"

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Die Finanzkrise 2008 holt die Bank of America ein: Das Institut büßt mit einem Rekordvergleich über 12,5 Milliarden Euro für Zockereien am Hypothekenmarkt.

Das ist der höchste Betrag, den ein Unternehmen jemals in einer zivilrechtlichen Auseinandersetzung mit der US-Regierung zahlen musste.

“Die haben “Frischmilch” verkauft”, so Tony West von der US-Staatsanwaltschaft, “ohne zu sagen, dass sie über Nacht ungekühlt draußen gestanden hatte.” Der Name des sauren Produkts: Gebündelte Kreditpakete (mortgage-backed securities).

Nach Ansicht der US-Justiz hat die Bank den Käufern vor dem Zusammenbruch des Häusermarkts verschwiegen, wie schlecht es um die in den Wertpapieren enthaltenen Kredite stand.

Tony West von der US-Staatsanwaltschaft:

“Das ist eines der größten Hilfspakete, die wir je mit einem einzelnen Finanzinstitut ausgehandelt haben. Es könnte Hunderttausenden von Amerikanern nutzen, die immer noch mit den Folgen der Finanzkrise kämpfen. “

Die Wertpapiere auf Basis kranker Kredite wurden an Investoren in aller Welt verkauft und gelten als Brandbeschleuniger der Finanzkrise, die 2008 nach dem Kollaps der Investmentbank Lehman Brothers eskalierte.

Das Geld geht an geschädigte Anleger wie Pensionsfonds, aber auch an gebeutelte Hausbesitzer, Kreditnehmer und Gemeinden. Damit hat das Institut mehr als 45 Milliarden Euro für seine riskanten Hypothekengeschäfte bezahlt.

Die US-Behörden haben schon einige Großbanken wegen ihrer Hypotheken-Deals zur Kasse gebeten. Zuletzt musste die Citigroup mit 5,3 Milliarden Euro dran glauben.
Den Vergleichsrekord hielt bisher der US-Konkurrent JPMorgan . Die Bank zahlte im November wegen ähnlicher Vorwürfe knapp 10 Milliarden Euro.

su mit dpa