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Thailand: Junta-Chef lässt sich zum Ministerpräsidenten wählen

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Thailand: Junta-Chef lässt sich zum Ministerpräsidenten wählen

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Drei Monate nach dem Militärputsch in Thailand übernimmt Juntachef Prayuth Chan-ocha (60) die Regierungsgeschäfte. Die vom Militär eingesetzte gesetzgebende Versammlung wählte ihn am Donnerstag zum Ministerpräsidenten. Es gab keinen Gegenkandidaten.

Der 60-jährige General wird im kommenden Monat sein Amt als Oberbefehlshaber der Streitkräfte niederlegen, bleibt aber Junta-Chef. Prayuths will umfangreiche Reformen durchführen und dann – frühestens im Oktober nächsten Jahres – ein Parlament wählen lassen. Prayuth hatte die Regierung am 22. Mai nach monatelangen Straßenprotesten gestürzt.

Demonstranten aus der Mittel- und Oberschicht hatten immer wieder den Rücktritt von Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra gefordert und von Yingluck angesetzte Neuwahlen boykottiert. Shinawatra konnte sich auf die Mehrheit der ärmeren Landbevölkerung stützen. Deshalb verlangten ihre Gegner die Bildung einer Expertenregierung und Neuwahlen erst nach umfangreichen Reformen des politischen System Thailands.