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Irakische Führung ruft nach Angriff auf Moschee zur Zurückhaltung auf

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Irakische Führung ruft nach Angriff auf Moschee zur Zurückhaltung auf

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Im Irak ringt die politische und geistliche Führung nach dem schweren Attentat auf eine sunnitische Moschee um die Einheit des Landes. Der kurdische Präsident Fuad Massum rief alle Seiten zu äußerster Zurückhaltung auf. Der designierte schiitische Regierungschef Haidar al-Abadi verurteilte die Attacke mit mindestens 73 Toten.

Auch der Anführer der schiitischen Asaib Ahl al Haq-Miliz, Qais al-Khazali, stellte sich bei einer Pressekonferenz in Bagdad gegen den Angriff: “Das, was gestern passiert ist, ist genau das, was man ein Verbrechen nennt, davor können wir nicht die Augen verschließen. Das können wir nicht verteidigen und auch nicht herunterspielen. In dieser Moschee waren Frauen und Kinder, sie zu töten ist barbarisch. So etwas nehmen wir nicht hin und verurteilen es kategorisch.”

Die Attacke gefährdet die angesichts des Vormarschs der Terroristen vom “Islamischen Staat” (IS) besonders wichtige Regierungsbildung. Sunnitische Politiker hatten ihre Teilnahme an den Koalitionsverhandlungen ausgesetzt. “Teuflische Hände versuchen, die irakische Gesellschaft zu zerstören und die Iraker auseinanderzutreiben”, so Bassim al-Hassani aus Bagdad. “Ich versichere Ihnen, dass diejenigen, die mit der irakischen Gesellschaft spielen, keine Iraker sind.”

Ob schiitische Milizen den Angriff auf die Moschee verübten oder der IS dahinter steckt, ist bisher nicht geklärt. In Bagdad, nahe Tikrut und der kurdischen Stadt Erbil gab es unterdessen weitere Anschläge mit mehreren Toten.