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Schwere Panne beim Start von zwei neuen Galileo-Satelliten

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Schwere Panne beim Start von zwei neuen Galileo-Satelliten

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Dem geplanten europäischen Satellitennavigationssystem Galileo droht ein schwerer Rückschlag: Die beiden am Freitag mit einer russischen Sojus-Rakete gestarteten Satelliten für die Konstellation müssen möglicherweise aufgegeben werden. Nach Angaben der Europäischen Raumfahrtorganisation (Esa) kreisen sie nicht in der richtigen Umlaufbahn um die Erde. Ob die Satelliten genügend Treibstoff an Bord haben, um aus eigener Kraft in den richtigen Orbit zu kommen, war zunächst unklar.

Nach Angaben von CNES-Chef Le Gall fliegen die Satelliten derzeit in einer elliptischen Umlaufbahn in etwa 17.000 Kilometern Höhe. Eigentlich hätten sie auf einer Kreisbahn in einer Höhe von mehr als 23000 Kilometern unterwegs sein sollen. “Was wir wissen, ist, dass drei Stunden nach dem Start irgendetwas falsch gelaufen ist”, sagte Le Gall. Eine Untersuchungskommission werde sich um die Ursachenforschung kümmern. Die beiden in Bremen gebauten Satelliten sind eigentlich als Nummer 5 und 6 in der Galileo-Konstellation geplant, die Europa bis 2020 unabhängig von fremder Technik machen soll. Aktuell verfügen nur die USA sowie Russland über satellitengestützte Navigationssysteme. Beide werden nach Angaben der Europäischen Weltraumorganisation (Esa) vom Militär kontrolliert und können “bei Bedarf” – zum Beispiel aus sicherheitspolitischen Gründen – verfälscht oder sogar abgeschaltet werden. Autofahrer, Rettungsdienste und andere zivile Nutzer von GPS-Geräten wären dann aufgeschmissen.