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Gaza: Israel will Offensive fortsetzen, "bis alle Ziele erreicht sind"

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Gaza: Israel will Offensive fortsetzen, "bis alle Ziele erreicht sind"

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Eigentlich würde heute im Gazastreifen die Schule wieder beginnen. Das Bildungsministerium hatte den Schulstart jedoch auf unbestimmte Zeit verschoben. In einer zu einem Flüchtlingsheim umfunktionierten Grundschule in Gaza-Stadt wurde am Sonntag zumindest versucht, so etwas wie Normalität herzustellen. Über 200 Schulen wurden in dem seit fast sieben Wochen andauernden Krieg zerstört. Viele Gebäude dienen den über 300.000 Flüchtlingen als Zufluchtsort.

Unterdessen setzte die israelische Armee den Beschuss des Gazastreifens fort. In Rafah wurden ein Einkaufszentrum und ein mehrstöckiges Bürogebäude bombardiert. Dabei soll es mehrere Verletzte gegeben haben. “Das hier ist massive Zerstörung, komplette Zerstörung”, so die Anwohnerin Amna Abu Meda. “So etwas haben wir noch nicht einmal 1948, 1956, 1967, 2008 oder in irgendeinem anderen Krieg gesehen.”

Die Offensive werde andauern, “bis ihre Ziele erreicht sind”, so der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Die Regierung hatte wiederholt erklärt, sie wolle eine Demilitarisierung des Gazastreifens. Jeder, der auf israelische Bürger schieße, werde verfolgt. so Netanjahu: “Die Hamas wird für ihre Verbrechen bezahlen, sie wird schwer bezahlen. Ich rufe die Bewohner Gazas dazu auf, sofort jeden Ort zu verlassen, von dem aus die Hamas terroristische Aktivitäten plant. Für uns ist jeder dieser Standorte ein Ziel.”

In der Eschkol-Region in Israel wurde ein Vierjähriger beerdigt, der am Freitag beim Einschlag einer Granate aus Gaza starb. Daniel Tragerman war das vierte zivile israelische Opfer im laufenden Konflikt.

Auch Israel steht weiterhin unter Beschuss. Aus Syrien und dem Libanon wurden in der Nacht zum Sonntag insgesamt sieben Raketen abgefeuert. Auch die Raketenangriffe aus dem Gazastreifen dauerten an. Fünf aus Syrien abgefeuerte Raketen schlugen in der Nacht an verschiedenen Orten auf den Golanhöhen ein. Nur Stunden zuvor hatten Extremisten aus dem Libanon zwei Raketen auf den Norden Israels abgefeuert. Ein Haus in Galiläa sei getroffen worden, teilte der israelische Rundfunk mit. Acht Menschen hätten einen Schock erlitten.

Israel legte den Angaben zufolge Beschwerde bei der internationalen Beobachtertruppe Unifil im Südlibanon ein. Die neuen Angriffe nährten die Sorge vor einer Ausweitung des Gazakonflikts.