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Ende der Nazi-Herrschaft: Paris vor 70 Jahren befreit

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Ende der Nazi-Herrschaft: Paris vor 70 Jahren befreit

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“Paris! Geschändetes Paris! Zerschlagenes Paris! Gemartertes Paris! Aber befreites Paris!” Diese Worte des französischen Generals Charles de Gaulle vor dem Pariser Rathaus sind in die Geschichte eingegangen. Mit ihnen endete am 25. August 1944 offiziell die vier Jahre dauernde deutsche Besetzung von Paris.

Alles hatte wenige Tage zuvor bei einem Volksaufstand angefangen. Der französische Widerstand formierte sich. Tausende französische Polizisten hatten die Pariser Polizeipräfektur eingenommen. Ziviler Ungehorsam, Streiks, Barrikaden und Kämpfe. Die Besatzer waren in der Defensive: Die Schlacht um Paris kostete 1.600 Parisern und 3.200 Deutschen das Leben.

Madeleine Riffaud war eine der Widerstandskämpferinnen. Sie war gerade einmal 20 Jahre alt. “Auf einer Mission habe ich einen Unteroffizier der Nazis erschossen. An einem schönen Sonntagnachmittag, auf einer Brücke, in der Nähe des Tuileriengartens. Dort hat mich jeder gesehen und jeder hat gesehen, dass ein kleines junges Mädchen auf einem Fahrrad so etwas machen konnte.”

Paris sollte eigentlich dem Erdboden gleichgemacht werden. So lautete der Befehl Hitlers. Der deutsche Stadtkommandant General Dietrich von Choltiz weigerte sich jedoch. Denn die Alliierten standen eh schon vor den Toren der Hauptstadt.

De Gaulle wünschte sich, dass die französische Armee zuerst Paris betreten würde. Und so ähnlich kam es auch: Die zweite Panzerdivision des “Freien Frankreichs” unter General Philippe Leclerc marschierte als erste Armee in Paris ein. Unter ihnen, als Aufklärer, die Männer der “nueve” – 146 Spanier, die somit als Erste Paris befreiten – aber, unter französischer Führung.

Ihnen folgten die US-amerikanischen Soldaten der vierten Infanteriedivision, die bereits zum Landungstrupp in der Normandie gehörten. Sie kamen als Verstärkung der französischen Armee und die Pariser Bevölkerung feierte sie als Helden. Zwar war die Befreiung von Paris für viele ein Grund zum Jubeln, doch fehlte oft die Kraft. Hinzu kamen die Festnahmen und Zurschaustellungen derjenigen Franzosen, die mit den Deutschen zusammengearbeitet hatten.

Madeleine Riffaud kann sich nur noch an eine Sache erinnern: “Wir hatten seit einer Woche nicht mehr geschlafen. Wir wollten nur noch weinen und schlafen. Natürlich waren wir glücklich, dass Paris befreit war, aber wir konnten nicht mehr.”

Nach der deutschen Kapitulation, am Abend des 25. Augusts, hielt De Gaulle einen triumphalen Einzug auf den Champs-Élysées. Dabei begleiteten ihn die Panzer der „nueve“ und der 2. Panzerdivision.

Vor den Vereinigten Staaten von Amerika zeigte er sich als unangefochtener Chef Frankreichs. Unter anderem weil durch seine Unbeugsamkeit Franzosen die Hauptstadt befreiten, konnte Frankreich zu einer der Siegermächte werden.