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Erneuerbare Energien: In Austin dreht sich der Wind

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Erneuerbare Energien: In Austin dreht sich der Wind

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Für diese Folge von Urban Visions sind wir im texanischen Austin unterwegs, es geht wie immer um die Herausforderungen auf dem Energiesektor. Wenn man Texas sagt, denken alle sofort an Öl. Aber die Hauptstadt des US-Bundesstaats macht sich derzeit einen Namen, wenn es um erneuerbare Energien geht.

Einige Fakten zu erneuerbaren Energien:

  • Erneuerbare Energie ist unerschöpflich
  • Dazu zählen Windkraft, Solar-, Wasser- sowie geothermische Energie und Biomasse
  • Eine Vorreiterrolle haben die USA, China und Deutschland
  • Viele Staaten haben sich bei erneuerbaren Energien ehrgeizige Ziele gesetzt
  • Bis 2020 soll der Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtmix in der EU 20% ausmachen
  • Die USA peilen das gleiche Ziel an, während erneuerbare Energien in China bis 2020 15% des Energiemixes ausmachen sollen


Energieexperte Brewster McCracken erinnert sich, “Austin hat sich bereits um Umweltbelange gekümmert, lange bevor es angesagt war. Das hat schon in den 80er Jahren viele Entscheidungen beeinflusst, die die Führungen der Stadt getroffen haben.”

Mehr als ein Drittel des Bedarfs soll nach Willen der Stadt aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Das Ziel könnte Austin sogar früher erreichen als geplant.

Der Bundesstaat ist der größte Lieferant von Windenergien in den USA. Was hier erzeugt wird, fließt in Hunderttausende Haushalte und Betriebe. Auch alle öffentlichen Gebäude in Austin sind auf erneuerbare Energien umgestiegen. Viele Texaner finden es richtig, etwas tiefer in die Tasche zu greifen, damit die Stromversorgung umweltfreundlicher wird. Der städtische Energieversorger setzt außerdem auf die Strahlkraft der Sonne.

Solarexperte Tim Harvey meint, die Solarfarm von Webberville produziere bis zu 30 Megawatt und liefere genug Energie für 5.000 Haushalte. Sie sei ein Vorzeigeprojekt.

Als sie 2011 eröffnete, war es das größte Projekt seiner Art in den USA. Eine andere Solarfarm, die fünf Mal so groß ist, ist derzeit in Planung. Darüber hinaus wird in privaten Haushalten ein Boom von Solarmodulen erwartet.

McCracken schätzt, “in Städten wird es global mehr und mehr Solarmodule geben. Da der Preis für Sonnenkollektoren weiter fällt, muss man nur einen kleinen Betrag investieren, um sein Dach aufzurüsten. Das ist ein bahnbrechender Trend.”

Derzeit machen erneuerbare Energien etwa ein Fünftel des weltweiten Energiemixes aus.

Die Sorge vor dem Klimawandel hat erneuerbaren Energien Rückenwind gegeben. Aber Experten sagen, die zukünftige Entwicklung hänge von der Finanzierung und den Preisen ab. Wichtig sei auch, Sonnen- und Windenergie besser in die nationalen Energienetze einzuspeisen.

Energieexpertin Susan Krumdieck sagt: “Unsere derzeitigen Stromnetze sind einerseits für eine Stromerzeugung im großen Stil und andererseits für den Verbrauch konzipiert. Erneuerbare Energien funktionieren anders, sie sind nicht berechenbar. Um die Systeme zu erneuern, sind Ingenieure gefragt, keine Politiker.”

Andere Experten geben zu bedenken, da Sonne und Wind nicht berechenbar seien, würden sie im Gesamtenergiemix auch in Zukunft keine Hauptrolle spielen.