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Scotch-Destillateure fürchten hochprozentiges Autonomie-Votum

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Scotch-Destillateure fürchten hochprozentiges Autonomie-Votum

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In Schottland hat die heiße Phase eines ganz speziellen Wahlkampfes begonnen. Am 18. September stimmen vier Millionen Wähler darüber ab, ob Schottland sich nach 307 Jahren vom Vereinigten Königreich abspaltet. In Umfragen holen die Unabhängigkeitsbefürworter kontinuierlich auf – 47 Prozent würden sich für die Autonomie aussprechen. Doch viele Schotten sind wollen nichts überstürzen.

Whisky-Destillateur Carl Reavey, Bruichladdich Distillery:

“Whisky ist eine Branche, die erfordert sehr langfristiges Denken. Investitionen kommen erst nach Jahrzehnten zum Tragen. Unternehmen müssen in der Lage sein, in einem hartgesottenen, kommerziellen Sinn in solchen Zeiträumen zu planen.”

Da sind 307 Jahre ein Katzensprung.

Der Scotch-Whisky-Verband meint, anhaltende Unsicherheit könnte die Branche mit 5,2 Milliarden Euro Umsatz beschädigen, eine Hauptstütze der Wirtschaft Schottlands.

David Williams, Scotch Whisky Association:

“Wer wird den Scotch dann in Übersee promoten? Die schottische Regierung spricht von einem Netzwerk von bis zu 90 Botschaften auf der ganzen Welt. Derzeit haben wir durch Großbritannien in über 150 Märkten Botschaften, die uns mit großartigem Einsatz unterstützen.”

Neun von 10 Flaschen Scotch werden im Ausland verkauft. Er steht für ein Viertel der gesamten britischen Nahrungsmittel-Exporte.

Einige Gegenden in Schottland sind seit Generationen auf Scotch spezialisiert – etwa die Hebrideninsel Islay, 225 Kilometer westlich von Glasgow. Hier gibt es 3.000 Menschen und acht Brennereien. Gerstenfelder, Moore und salzige Meeresluft gelten als ideal für die Whisky-Produktion.

Und wichtige Fragen sind vor dem Referendum noch ungeklärt – welche Währung würde ein unabhängiges Schottland verwenden, könnte es in der Europäischen Union bleiben?

su mit AP