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Auf den Spuren verlorerner Kulturen in Griechenland und Mexiko

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Auf den Spuren verlorerner Kulturen in Griechenland und Mexiko

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Archäologen haben vor Kurzem eine riesiges altes Grab in Griechenland entdeckt und mittlerweile betreten. Zwei jeweils mehr als 1,5 Tonnen schwere Sphinxen sollen den Eingang bewacht haben. Das Grab befindet sich in der Region der Kleinstadt Amphiolis in der nordgriechischen Provinz Makedonien.

Es handelt sich um einen seltenen Fund aus der frühen hellenistischen Zeit, der Zeit Alexanders des Großen. Der Feldherr starb 323 vor Christus. Damals war die griechische Kleinstadt Amphipolis einer der wichtigsten Marinestützpunkte des makedonischen Reichs. Bisher gebe es aber keinen Beweis für eine Verbindung zu Alexander dem Großen, erklärte das griechische Kulturministerium.

Rund 100 Kilometer von Griechenlands zweitgrößter Stadt Thessaloniki entfernt, scheint dieses Grab bisher das größte zu sein, das in Griechenland entdeckt wurde. Auch der griechische Regierungschef Antonis Samaras erkundete bereits den Fundort und sprach von “einem außerordentlich bedeutenden Fund”. Makedonien sei reich an Schätzen der griechischen Geschichte.

Bisher haben die Archäologen nur die erste Kammer betreten, dahinter sollen sich noch weitere verbergen. In der trennenden Wand klafft allerdings schon ein Loch, das nicht von den Archäologen verursacht wurde. Die Ausgrabungen hatten bereits 2012 begonnen.

Unterdessen beginnen mexikanische Geophysiker bald mit der Erkundung des Bodens unterhalb der Kukulcàn-Pyramide im Norden der Halbinsel Yucatán. Die Wissenschaftler der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko suchen nach Tunneln, Gäbern und versteckten Kammern. Dazu würden sie eine spezielle Methode der Geoelektrik nutzen, erklärt der Forscher Rene Chavez. “Es wird zunächst darum gehen, zu zeigen ob es diese Strukturen unterhalb der Pyramide gibt. So eine Entdeckung wäre sehr wichtig für die mexikanische Archäologie.”

Um das herauszufinden werden unter anderem Elektroden rund um das Gebäude befestigt und Stromstöße in den Boden gejagt. Für den Forscher Juan Esteban Hernandez können sie mit der Methode sich auch mit anderen Fragen beschäftigen:
“Was passiert, wenn wir unsere Sensoren hier aufbauen? Und was ist, wenn wir nicht den Untergrund, sondern die Pyramide näher beleuchten?.”

Die Ausrüstung der Wissenschaftler wiegt rund 200 Kilogramm. Sobald der Strom fließt, ermitteln sie, ob es im Boden Strukturen gibt, die leitfähig sind. Die Daten, die sie dabei erheben, seien nur der Anfang erklärt der Geophysiker Andrés Tejero. “Unsere Ergebnisse werden uns ermöglichen auch andere Ausgrabungsstätten und Pyramiden in Mexiko untersuchen zu können.”

So hat es diese Methode bereits einem Wissenschaftlerteam ermöglicht, alte Tunnel im historischen Zentrum von Morelia in Westmexiko zu finden.

Mesoamerikanische Pyramiden haben sich über längere Zeiträume weiterentwickelt. So wurde eine kleinere Pyramide später oft von einer anderen, größeren, bedeckt und als Fundament genutzt.

Die Zivilisation der Mayas erreichte ihren Höhepunkt zwischen 250 und 900 nach Christus. Sie erstreckte sich über das heutige Guatemala, Belize, Honduras und das südliche Mexiko.