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Sanktionen kneifen: Ölkonzern Rosneft braucht Milliarden


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Sanktionen kneifen: Ölkonzern Rosneft braucht Milliarden

Unter dem Druck westlicher Sanktionen hat Russlands größter Ölkonzern Rosneft nach Medienberichten (“Wedomosti”) Regierungshilfe
beantragt. Das Unternehmen habe unter anderem um Unterstützung beim Schuldentilgen gebeten, insgesamt brauche man 31 Milliarden Euro.

Rosneft – eigentlich neben Gasprom größter russischer Steuerzahler – bekommt wegen internationaler Ukraine-Sanktionen gegen Russland derzeit kein Geld am internationalen Kapitalmarkt. Der mehrheitlich staatliche Ölkonzern steht seit Mitte Juli auf der US-Sanktionsliste.

Allein im laufenden Jahr werden knapp 10 Milliarden Euro fällig, fast die Hälfte mehr im kommenden Jahr.

Im Herbst 2012 hatte Rosneft die Übernahme der drittgrößten russischen Ölfirma TNK-BP für rund 42 Milliarden Euro bekanntgegeben.

Seit Beginn der Sanktionen hatte Rosneft seinen Gewinn zunächst nahezu verfünffacht, auf 3,65 Milliarden Euro im zweiten Quartal.

Rosneft gilt neben dem Gaskonzern Gazprom als Flaggschiff der russischen Rohstoffindustrie und deckt mehr als 40 Prozent der russischen Ölproduktion ab.

Aus demselben Nationalen Wohlfahrtsfonds, den Rosneft anpeilt, überweist die russische Regierung zwei staatlichen Banken (VTB Bank und Rosselchosbank) rund fünf Milliarden Euro, so ein auf der Internetseite der Regierung veröffentlichtes Dekret.

Der Nationale Wohlfahrtsfonds wurde Anfang August aufgelegt. Er ist mit 65,5 Milliarden Euro ausgestattet, zum Teil sind dies Erträge aus dem Verkauf von Erdöl und Erdgas.

Nach Inkrafttreten der westlicher Sanktionen wegen Moskaus Ukraine-Politik hatte die russische Zentralbank versprochen, sie stehe im Ernstfall als Retterin bereit.

Das Wirtschaftsministerium halbierte wegen der Folgen der Ukraine-Krise seine Wachstumsprognose für 2015. Statt der bislang erwarteten zwei Prozent werde das Bruttoinlandsprodukt wohl nur um ein Prozent zulegen, so der stellvertretende Wirtschaftsminister Alexej Wedew. Für 2014 werden unverändert 0,5 Prozent vorausgesagt.

Gleichzeitig dürften wegen des Importverbots auf westliche Agrarprodukte die Preise stärker anziehen als erwartet. Das Wirtschaftsministerium sieht die Verbraucherpreise Ende 2014 um 7,0 bis 7,5 Prozent anziehen. Bislang waren sechs Prozent vorhergesagt worden. Für 2015 seien sechs bis sieben (bisher fünf) Prozent zu erwarten.

su mit Reuters

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