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Ministerpräsident im Schatten Erdoğans

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Ministerpräsident im Schatten Erdoğans

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Politisch stets an der Seite von Recep Tayyip Erdoğan. Das bleibt Ahmet Davutoğlu auch als Chef der türkischen Regierungspartei AKP und als neuer Ministerpräsident. Als treuer Anhänger des neuen Präsidenten verspricht er Kontinuität, auch wenn er nicht die Unterstützung aller Parteimitglieder hat. “Wenn meine Kandidatur von den Delegierten der Generalversammlung unterstützt wird, dann sollte niemand daran zweifeln, dass die große Wiederherstellungsbewegung der vergangenen zwölf Jahre fortgesetzt wird.”

Davutoğlu wurde am 26. Februar 1959 in Taşkent, im zentralanatolischen Konya im Süden der Türkei geboren. Wie sein Vorgänger vertritt er islamisch-konservative Positionen. Der Politikwissenschaftler promovierte in Istanbul und veröffentlichte 2001 ein Buch mit seiner Vision einer starken regionalen und globalen Rolle der Türkei. Nach dem AKP-Sieg bei der Parlamentswahl 2002 wurde Davutoğlu zum außenpolitischen Berater der Regierung ernannt.

Seit 2009 Chef der türkischen Diplomatie ist der bisherige Außenminister einer der Verantwortlichen für das starke Auftreten der Türkei auf der internationalen Bühne – als Mitglied der NATO sowie als eigenständiger Machtblock zwischen dem Orient und dem Westen. Seine Politik der “null Probleme mit Nachbarn” wurde zunächst gelobt, doch haben sich in den vergangenen zwei Jahren die Beziehungen mit Ägypten, Syrien, Israel, dem Irak und dem Iran zusehends verschlechtert.

Auch wenn der ehemalige Berater Erdoğans der neue Ministerpräsident der Türkei ist, wird sich zeigen, ob er auch aus dessen Schatten tritt – 2015 wird es seine Aufgabe sein, die AKP-Anhänger bei den Parlamentswahlen hinter sich zu vereinen.