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England: Rotherham nach den schweren Missbrauchsvorwürfen

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England: Rotherham nach den schweren Missbrauchsvorwürfen

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Nach dem Bekanntwerden hunderter Missbrauchsfälle kommt das nordenglische Rotherham nicht zur Ruhe.

Eine Untersuchung hatte herausgefunden, dass hier seit 1997 schätzungsweise 1400 Kinder und Jugendliche misshandelt und vergewaltigt wurden.

Aussagen von Betroffenen wie auch andere Warnzeichen wurden demnach von Polizei und Behörden missachtet.

Nach dem britischen Regierungschef David Cameron will nun auch sein Stellvertreter, dass der Verantwortliche für die Polizei der Region Süd-Yorkshire zurücktritt.

Vor allem, sagt Nick Clegg weiter, müssten aber die Täter verfolgt werden, die alle noch frei herumliefen.

Der Leiter der Polizei war zuvor in Rotherham jahrelang verantwortlich für den Kinder- und Jugendschutz.

Bisher ist er nur aus der Labour-Partei ausgetreten, wo ihm aber auch ein Ausschluss drohte.

Ein zweiter Untersuchungsbericht liegt inzwischen von der Aufsichtsbehörde für die Polizei HMIC vor.

Auch er enthält schwere Vorwürfe gegen die Beamten in Süd-Yorkshire. So ist die Rede von Verachtung gegenüber den Opfern.

Viel Zeit sei darauf verwendet worden, ihre Aussagen zu widerlegen, statt ihnen nachzugehen. Auch seien sie so erfasst worden, dass die Fallzahlen niedriger ausfielen.

Der erste Bericht kommt außerdem zu dem Schluss, Aussagen seien nicht verfolgt
worden, weil die mutmaßlichen Täter pakistanische Wurzeln hatten.

Die Stadt habe es aber auch versäumt, wegen des Problems auf die pakistanischstämmige Bevölkerung zuzugehen.

Der Bericht stellt Verbesserungen in den letzten vier Jahren fest.