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Filmfestspiele von Venedig: Oppenheimer stellt "The Look of Silence" vor

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Filmfestspiele von Venedig: Oppenheimer stellt "The Look of Silence" vor

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“The Look of Silence” von Joshua Oppenheimer ist der einzige Dokumentarfilm im Wettbwerb der 71. Filmfestspiele von Venedig. In der Fortsetzung seines gefeierten Films “The Act of Killing” treten Überlebende des Genozids in Indonesien den Mödern ihres Bruders gegenüber. Für den Regisseur keine einfache Situation: “Es war erschreckend diesen Film zu drehen und Adis Familie musste daraufhin innerhalb Indonesiens mehrere tausend Kilometer weit umziehen.” Adi jedoch stellt klar: “Ich bereue nichts – und ehrlich: Ich wollte es. Ich wollte sie treffen”.

Außerdem im Wettbewerb: Rakhshan Bani-Etemad mit ihrem Film “Tales”. Die iranische Regisseurin fängt darin Szenen von sich abmühenden Einwohnern in Teheran ein – verschuldeten Taxifahrern, verarmten Rentnern, Arbeitslosen, Fabrikarbeitern und Drogenabhängigen.

Der Film “The President” des iranischen Regisseurs Mohsen Makmalbaf hat die Reihe Orizzonti der Filmfestspiele eröffnet. In seiner Heimat sind seine Werke verboten. Er hofft, dass sein Film einen Einblick in den Teufelskreis einer Diktatur gibt. Darin steht ein brutaler Diktator seinem Volk nach einem Staatsstreich Auge in Auge gegenüber. Der Film zeigt die Ereignisse auch aus der Sicht eines Kindes. Und so erklärt Mohsen Makmalbaf: “Ich habe die ganze Zeit an 12-jährige Zuschauer gedacht. Alle Dinge, die ein 12-jähriges Kind nicht vesteht, habe ich aus dem Film genommen, weil ich die Welt verändern will. Ich bin kein Filmemacher, ich bin ein Menschenrechtsaktivist, das Kino ist das Werkzeug in meiner Hand.”

Außerhalb des Wettbewerbs läuft der chinesische Film “Dearest” von Regisseur Peter Ho-sun Chan. Er erzählt die Geschichte eines südchinesischen Paares, dessen Sohn entführt wird. Ihr Leben wird auf den Kopf gestellt – doch nichts kann sie davon abhalten, ihr verschwundenes Kind zu suchen. Ihr Leiden endet jedoch nicht, als ihr Sohn drei Jahre später in einem Dorf gefunden wird – er erkennt sie nicht mehr.