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Russische Soldatenfrauen warten auf Nachricht - sind ihre Männer in der Ukraine?

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Russische Soldatenfrauen warten auf Nachricht - sind ihre Männer in der Ukraine?

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Eine Militärbasis in Kostroma, einige Hundert Kilometer nordöstlich von Moskau: Die Männer und Söhne der Frauen, die hier warten, gehören derselben Einheit an, wie die Soldaten, die am Montag in der Region Donezk von der ukrainischen Armee aufgegriffen wurden.

Die Frauen haben keine Nachricht von ihren Angehörigen und sind überzeugt davon, dass sich diese ebenfalls in der Ukraine befinden. “Sie haben alle unsere Telefonnummern aufgeschrieben und wissen, dass die Soldaten unsere Männer sind”, berichtet Valeria Sokolova, Frau eines russischen Soldaten. “Sie können uns anrufen, wenn sie irgendwelche Informationen haben. Aber niemand hat uns angerufen, keine Einzige von uns hat irgendwelche Informationen. Gestern haben wir per Telefon das Lager erreicht. Sie haben uns gesagt, dass keiner unserer Männer bisher zurückgekehrt ist.”

Viele Frauen wenden sich an das “Komitee der Soldatenmütter”: Die Nichtregierungsorganisation ist für ihre Kritik am Kreml bekannt – auch im aktuellen Ukrainekonflikt wird ihre Rolle immer wichtiger: “Mütter, Frauen und andere Angehörige der Soldaten, die in der Ukraine gefasst wurden, bitten mich als Vorsitzende des Komitees der Soldatenmütter Russlands um Hilfe”, so Lyudmila Khokhlova. “Ich habe den Präsidenten unseres Landes und den Verteidigungsminister gebeten, uns dabei zu helfen, die Soldaten zu befreien und zu uns zurückzubringen.”

Die zehn in der Ukraine gefassten Fallschirmjäger sitzen derzeit in Kiew in Haft. Der Kreml bestreitet eine Militärintervention in der Ukraine. Die Soldaten hätten die ukrainische Grenze an einem unmarkierten Abschnitt aus Versehen überschritten.