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Vor Obamas Besuch beim NATO-Gipfel: die Stunde der Militärstrategen

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Vor Obamas Besuch beim NATO-Gipfel: die Stunde der Militärstrategen

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Kurz vor der zweiten Europareise von US-Präsident Barack Obama innerhalb von drei Monaten arbeiten amerikanische Militärstrategen an Optionen, die man auf dem NATO-Gipfel kommende Woche in Wales vorstellen kann. Das Treffen wird überschattet vom eskalierenden Ukrainekonflikt und den Kampf gegen die Terrormiliz “Islamischer Staat” im Irak und Syrien.

“Ich glaube, zum jetzigen Zeitpunkt wird es eine Koalition der Willigen geben, NATO-Mitglieder, die entweder die Kurden militärisch unterstützen oder sich sogar an zukünftigen Luftangriffen auf den Irak oder eventuell Syrien beteiligen. Ich sehe das aber nicht als eine Antwort der NATO – bis jetzt, aber ich denke, sie wollen, dass die Allianz sich der Bedrohung bewusst bleibt”, so Heather Conley, Center of Strategic & International Studies.

Mit Blick auf den Ukrainekonflikt verlangt Obama mehr Einsatz von den Europäern. Außerdem sucht er einen breiten Konsens, die aktuelle Strategie beizubehalten: Moskau mit teuren Sanktionen in Schach zu halten, um die östliche Flanke der Allianz zu schützen.

“Obama sollte definitiv eine klare Strategie haben, wie man Präsident Putin mit mehr Nachdruck vor weiteren Aktionen in der Ukraine abschrecken kann. Das könnte direkte militärische Hilfe für die Ukraine beinhalten oder eine kräftige finanzielle Unterstützung, die es ihnen erlaubt, moderne Waffen zu kaufen”, so Simona Kordosova, Atlantic Council.

Vor dem NATO-Gipfel besucht Obama Estland, um den baltischen Republiken die bedingungslose Rückendeckung der USA für ihre territoriale Integrität zu versichern.

Euronews-Reporter Stefan Grobe aus Washington: “Präsident Obama hat eine doppelte Botschaft an die europäischen Verbündeten: Erstens, Washingtons Engagement für kollektive Sicherheit ist unerschütterlich. Und zweitens: Europa muss mehr tun, auch wenn das weitere Opfer bedeutet.”