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Zehn Jahre nach Beslan: Russland gedenkt der 334 Terroropfer

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Zehn Jahre nach Beslan: Russland gedenkt der 334 Terroropfer

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Im Süden Russlands haben dreitägige Trauerfeierlichkeiten im Andenken an die Opfer der Terrorattacke von Beslan begonnen. Das Geiseldrama in einer Schule hatte vor zehn Jahren in einem Blutbad geendet: 334 Menschen kamen ums Leben, mehr als die Hälfte davon Kinder.

Viele Hinterbliebene geben den Behörden eine Mitschuld an der Eskalation und beklagen einen Mangel an Konsequenzen: “Nichts hat sich verändert. Die Korruption ist so schlimm wie immer, Bürokratie und Vetternwirtschaft auch. Niemand wird je die eigenen Leute bestrafen, und das verursacht uns viele Schmerzen, weil wir so schutzlos sind, wie zuvor”, so Susan Dudiyewa, die Vorsitzende des Mütterkommitees von Beslan.

Bewaffnete Separatisten der Nachbarprovinz Tschetschenien hatten 2004 in Beslaner Schule Nr.1 mehr als 1000 Kinder und Erwachsene in ihre Gewalt gebracht, Gebäude vermint und zunächst einige männliche Geiseln getötet.

Die Eskalation folgte nach drei Tagen bei einem Befreiungsversuch. Dabei gab es Schießereien, mehreren Explosionen und hunderten Tote.

Eine Untersuchungskommission befand vor allem niedere Polizeibeamte für inkompetent, höhere Verwantwortliche blieben jedoch weitgehend unbehelligt. Ab Oktober soll sich der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte mit der Klage von rund 450 Hinterbliebenen befassen.