Eilmeldung

Eilmeldung

Amnesty International: IS betreibt ethnische Säuberungen im Irak

Sie lesen gerade:

Amnesty International: IS betreibt ethnische Säuberungen im Irak

Schriftgrösse Aa Aa

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) betreibt Amnesty International zufolge im Nordirak die gezielte Auslöschung ethnischer Minderheiten. Dazu gehörten die Erschießung und Verschleppung Hunderter, möglicherweise auch Tausender, Jesiden, heißt es in einem in London veröffentlichten Bericht der Menschenrechtsorganisation. Viele Angehörige der Minderheit waren in das Sindschargebirge geflohen. “Der Islamische Staat hat Gebiete der Sindscharregion in blutgetränkte Schlachtfelder verwandelt”, sagte die führende Mitarbeiterin Donatella Rovera, die sich laut Amnesty derzeit im Irak aufhält.

Auch die Vereinten Nationen sind alarmiert: Der Menschenrechtsrat will eine Expertenkommission schicken, die Beweise sammeln soll. Dazu Generalsekretär Ban Ki-Moon: “Die Situation ist sehr besorgniserregend. Die terroristischen Aktivitäten sind völlig unvereinbar mit internationalen Menschenrechten und humanitären Gesetzen.”

Nach der Einnahme der Millionenstadt Mossul duzrch IS Anfang Juni mussten mehrere Hunderttausend Menschen fliehen. Auch Christen und Schiiten sind von IS bedroht. Gefangene würden gezwungen, zum Islam zu konvertieren, so Amnesty. Sie seien von Vergewaltigungen und sexuellen Übergriffen bedroht. “Wir sind mit einem terroristischen Monster konfrontiert”, so der irakische Minister für Menschenrechte gegenüber der UN.