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Deutschland will Italien bei Flüchtlingsproblem helfen

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Deutschland will Italien bei Flüchtlingsproblem helfen

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Für die meisten Flüchtlinge aus Afrika, aber auch aus den Krisengebieten im Nahen Osten, ist Italien in Europa der erste Anlaufpunkt.

Vorposten wie die Insel Lampedusa sind von Nordafrika aus bei gutem Wetter vergleichsweise leicht zu erreichen; auch wenn es trotzdem immer wieder viele Tote gibt.

Von dem Ansturm der letzten Zeit sieht sich Italien aber überfordert. Jetzt wollen die EU-Innenminister Vorschläge für eine Unterstützung machen, bei ihrem nächsten Treffen
Anfang Oktober.

Außerdem wollen Frankreich und Deutschland Gespräche mit Italien führen.

Es gehe vor allem um den Kampf gegen den Menschenhandel, sagt Italiens Innenminister Angelino Alfano bei einem Besuch in Berlin. Damit vermeide man auch, dass sich in so einer ernsten Krise die EU-Länder gegenseitig Vorwürfe machten.

Deutschland verspricht Italien Hilfe; es verlangt aber auch, dass Flüchtlinge dort systematisch registriert werden und somit nicht ungehindert in andere Staaten weiterreisen können.

Nach EU-Recht ist das Land für einen Flüchtling zuständig, in dem er zuerst europäischen Boden betritt.

Der deutsche Innenminister Thomas de Maizière beklagte, die große Mehrheit der Asylbewerber verteile sich nur auf vier bis fünf EU-Staaten.

Er äußerte Verständnis für die Belastung an den EU-Außengrenzen wie in Italien, beklagte aber, dass viele Flüchtlinge von dort weiter gingen in andere Mitgliedsstaaten.

Inzwischen machten sich die EU-Länder gegenseitig Vorwürfe wegen der Lage, sagte auch de Maizière. Das diene nicht der Sache. “Diese Situation muss ein Ende haben.”

Die EU will auch eine Grenzschutzeinheit im Mittelmeer aufbauen, die sogenannte “Frontex Plus”, als Ablösung für die italienische Mission “Mare Nostrum”. Einzelheiten sind aber unklar.