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Ebola-Viren mutieren

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Ebola-Viren mutieren

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Die Ebola-Epidemie ist weiter auf dem Vormarsch und fordert so viele Todesopfer wie nie zuvor seit Entdeckung des Erregers 1976. Ausgebrochen war die jüngste Epidemie im März in Guinea. Inzwischen sind fünf afrikanische Länder betroffen. Die Panik auf dem westafrikanischen Kontinent steigt. Die Hoffnungen ruhen nun auf experimentellen Medikamenten wie ZMapp. Im Tierversuch war das Blutplasma-Präparat erfolgreich. Ob das Mittel auch beim Menschen hilft, muss noch erprobt werden.

Die Weltgesundheitsorganisation prognostizierte, dass die Seuche noch monatelang weiter wüten wird. Ein Mitglied erklärte: “Es gibt ein klar festgelegtes Ziel und einen Zeitplan. Das Ziel heißt, die Verbreitung der Ebola-Epidemie in den betroffenen Ländern innerhalb der nächsten acht bis neun Monate zu stoppen.”

3069 Fälle gab es bisher, mehr als 1500 Menschen starben.
Im Senegal tauchte das Virus erst kürzlich auf. Liberia ist mit bisher fast 700 Ebola-Toten am schlimmsten betroffen. In Sierra Leone sind über 1.000 Menschen infiziert, in Guinea gibt es fast 650 Fälle. Inzwischen gibt es auch Infizierte im Kongo und Nigeria.

Bisher existiert kein zugelassenes Medikament oder ein Impfstoff. Eine neue Studie der Harvard-Universität soll nun bei der Entwicklung von Therapien helfen. Das internationale Forscherteam entschlüsselte das Erbgut des Krankheitserregers und wies Mutationen von Ebola-Viren nach. Der Erreger unterscheide sich deutlich von den Virentypen früherer Ausbrüche. Die Forscher fanden über 50 Mutationen, die während der Epidemie in Westafrika auftraten.

Der Ebola-Entdecker und belgische Forscher Peter Piot erklärte: “Wenn man bedenkt, dass die Sterberate der Infizierten bei 90 Prozent liegt, dann ist der Einsatz von experimentellen Medikamenten absolut gerechtfertigt. Außerdem müssen wir sicherstellen, dass dies der letzte Ausbruch von Ebola ist, der nur mit Quarantäne und einigen schmerzlindernden Medikamenten bekämpft werden kann.”

Schockierende Bilder aus Liberia: Ein Infizierter flüchtete von einer Quarantäne-Station, um sich etwas zu essen zu besorgen. Eine Meute verfolgt ihn, bis der Krankentransport eintrifft und ihn zur Rückkehr ins Krankenhaus zwingt.