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Kritik an Lebensmittelindustrie: Menschenrechtsaktivist in Thailand vor Gericht

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Kritik an Lebensmittelindustrie: Menschenrechtsaktivist in Thailand vor Gericht

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In der thailändischen Hauptstadt Bangkok muss sich ein britischer Menschenrechtsaktivist wegen angeblicher Verleumdung eines heimischen Fruchtunternehmens vor Gericht verantworten. Andy Hall hatte die Arbeitsbedingungen der dort beschäftigten Gastarbeiter in einem Bericht für eine finnische Menschenrechtsgruppe kritisiert. Er sprach von “juristischer Belästigung”: “Das ist politisch motivierte Verfolgung, die mich ruhigstellen und dazu bringen soll, das Land zu verlassen. Ich bin jemand, der Dinge an die Öffentlichkeit bringt, die die Regierung und die Industrie unter Verschluss halten wollen.”

Die Löhne der Gastarbeiter seien zu niedrig, oft würden ihre Pässe einbehalten, heißt es unter anderem in dem Bericht. Der Besitzer des Unternehmens “Natural Fruit”, Virat Piyapornpaiboon, bestreitet die Vorwürfe. Die Firma hat weitere Verfahren gegen Hall eingeleitet. Ihm drohen im schlimmsten Fall bis zu sieben Jahre Haft.

“Natural Fruit” ist einer der größten Ananasverarbeiter Thailands und ein bedeutender Exporteur für den europäischen Markt. Die thailändische Lebensmittelindustrie gehört zu den weltweit wichtigsten. Sie ist in großem Maße abhängig von Gastarbeitern, deren Arbeitsbedingungen bereits häufiger in der Kritik standen, das berichtete die britische BBC.Menschenrechtsgruppen zufolge werden Aktivisten in jüngster Zeit vermehrt durch das Militär juristisch verfolgt. Die Armee hatte sich im Mai dieses Jahres an die Macht geputscht.