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Ukraine: Der Krieg erobert die Klassenzimmer

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Ukraine: Der Krieg erobert die Klassenzimmer

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Die Schüler der Corpus Kadettenschule im ukrainischen Kiew traten am Dienstag zu ihrem ersten Schultag nach den Ferien an. Es ist eine von vielen Kadettenschulen, wie sie in Russland und den ehemaligen Teilen der Sowjetunion noch existieren. Viele der Schüler sind Weisen, oder kommen aus schwierigen Verhältnissen.

Der Konflikt im Osten, so zeigt sich hier, ist schon lange auch im Westen angekommen. “Das da ist mein Gürtel, der ist zur Zierde, und hier kommen die Orden hin. Wenn wir Oberst sind, dann schauen die Schulterklappen anders aus, die Uniform auch. Ich will General werden!”, sagte ein vielleicht achtjähriger Junge. “Ich will das Land gegen die Russen verteidigen”, ruft ein anderer. “Dies ist ein großer Krieg. Viele Menschen sind verletzt worden.”

Am ersten Tag steht auch Heimatkunde auf dem Programm. “Das Mutterland, das sind wir alle”, steht auf der Tafel, eingerahmt von den Umrissen des ukrainischen Territoriums – mit Krim. Die Fronten sind hier noch klar, die politischen Karten schwarz und weiß.

Auch die Mädchen sprechen von Krieg, aber sie sehen ihn nicht durch Heldenaugen. “Ich will nicht, dass sie sterben”, sagt eine Schülerin, “ich will, dass sie und ihre Mütter glücklich sind.”

Gemeinsam bereiteten die Schülerinennen am ersten Tag Speisen für verletzte Soldaten zu, die auch in den Krankenhäuser und Straßen der Hauptstadt ein häufiger Anblick geworden sind.