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Japan: Frauen als Konjunkturprogramm

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Japan: Frauen als Konjunkturprogramm

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Japans Regierungschef Shinzo Abe hat sein Kabinett umgebildet und will weiter für Dynamik im Land sorgen.

Im Mittelpunkt des Interesses steht der neue Arbeitsminister Yasuhisa Shiozaki, der für den Pensionsfonds der Regierung (GPIF) zuständig ist. Er will das Portfolio des Rentenfonds umschichten und so Japans Börse stimulieren. Experten schätzen, dass dem Aktienmarkt durch die Reformen mehr als 76 Milliarden Euro an frischem Geld zufließen.

Und: Fast ein Drittel aller Kabinettsposten sind nun von Frauen besetzt hat. Mit diesem symbolträchtigen Schritt will Abe mehr Japanerinnen ins Arbeitsleben locken. Zum Beispiel durch Yuko Obuchi, Tochter eines früheren Regierungschefs, jetzt Ministerin für Handel und Wirtschaft.

Yuriko Nozaki (27):

“Ich glaube nicht, dass sie die Menschen wahrnehmen, die wirklich leiden. Auch wenn Yuko Obuchi vielleicht Kinder hat – ihre eigenen Eltern sind Politiker. Wie das ist, ein Leben mit Kindern und ohne Einkommen, das kann sie nicht verstehen.”

Yuichi Takenouchi (35), Arbeitsplatzwechsler:

“Sie werden herumreiten auf der Wirtschaftspolitik – Abenomics hier und Abenomics da, aber bis zum kleinen Mann ist das noch nicht durchgedrungen. Kann sein, dass die Grundgehälter steigen, aber die Steuern auch, stimmts?”

Mit seiner Wirtschaftspolitik “Abenomics” versucht Abe seit Anfang 2013 eine Art Schocktherapie gegen die mehr als zwei Jahrzehnten andauernde Wirtschaftskrise in Japan: umfassende Konjunkturprogramme samt galoppierender Staatsverschuldung, Geldschwemme und Deregulierung besonders im Finanzsektor.

Ökonomen rechnen für das dritte Quartal mit einem aufs Jahr hochgerechneten Plus von rund drei bis fünf Prozent beim Bruttoinlandsprodukt. Bonuszahlungen vor allem großer Unternehmen an ihre Mitarbeiter könnten den Konsum ankurbeln.

su mit Reuters