Eilmeldung

Eilmeldung

Mostra: Al Pacino, Kriegsgrauen und ein schwedischer Favorit

Sie lesen gerade:

Mostra: Al Pacino, Kriegsgrauen und ein schwedischer Favorit

Schriftgrösse Aa Aa

Jünger denn je zeigte sich Hollywodstar Al Pacino auf dem roten Teppich in Venedig, mit Sturmfrisur und bildhübscher Freundin, der Schauspielrin Lucila Solá. Der 74-Jährige präsentiert gleich zwei Filme auf der Mostra.
Im Wettbewerbsbeitrag “Manglehorn” von Gordon Green spielt er einen Ex-Sträfling mit übler Vergangenheit, der in der texanischen Provinz einer verlorenen Liebe nachtrauert. Und erntete für seine Darbietung viel Lob am Lido.

In der außer Konkurrenz gezeigten Philip-Roth-Verfilmung “The Humbling” von Barry Levinson spielt Pacino einen alternden Schauspieler am Ende seiner Karriere. Parallelen zu seinem eigenen Leben gäbe es keine, betonte der Altstar in Venedig, aufhören sei für ihn keine Option.

Ein ganz anderes Kaliber ist der Wettbewerbsbeitrag des Japaners Shinya Tsukamoto “Fires on the Plain”, ein Kriegsfilm, in dem der Regisseur selber mitspielt.
Das apokalyptische Drama schildert auf drastische Weise das Ende des Zweiten Weltkrieges, den Einsatz der japanischen Truppen auf den Philippinen. Völlig traumatisiert und ausgehungert taumeln die überlebenden Soldaten durch den Dschungel. Der Film verstörte die Festivalzuschauer mit schauerlichen Kriegsszenen, unter anderem auch die Darstellung von Kannibalismus.

Ebenfalls im Wettbewerb läuft der Film mit dem längsten Titel der Mostra “A Pigeon Sat on a Branch Reflecting on Existence” vom Schweden Roy Andersson.

Der skurrile Streifen mit starren Kameraeinstellungen erzählt Geschichten, die alltäglich und außergewöhnlich zugleich sind, und gilt manchen schon als Favorit des Festivals. Es ist der dritte Teil der inoffiziellen Trilogie “über das Menschsein” des schwedischen Regisseurs.

“Il Giovane Favoloso” – Der fabelhafte Junge – von Mario Martone mit Elio Germano und Isabella Ragonese ist einer der drei italienischen Beiträge im Wettbewerb.

Der Film handelt vom italienischen Schriftsteller und Philosophen Giacomo Leopardi. Bei der Filmvorstellung gab es viel Applaus. Einigen Kritikern erschien das Kostümdrama allerdings ein wenig zu brav für einen Goldenen Löwen.