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Trierweiler-Buch: "Da bleibt etwas hängen"

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Trierweiler-Buch: "Da bleibt etwas hängen"

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Lang, lang ist’s her, dass ein François Mitterrand ein Doppelleben verschleiern konnte, bis seine “Nebentochter” Mazarine Pingeot erwachsen war. In der Aufregung über Valérie Trierweilers Buch (“Merci pour ce moment”, “Danke für diese Zeit”) über ihr Leben und Abtreten als “première dame” an der Seite von Frankreichs aktuellem Präsidenten François Hollande scheint sich das Land in das diskretere vergangene Jahrhundert zurückzuwünschen.

Von “Würde” sprechen viele, die “empörenden Angriffe senkten das Niveau der Debatte,” so Ministerpräsident Manuel Valls. Fehlen gerade noch Belehrungen – auf englisch.

“Er äußert Nachdenkliches und macht Witze. ok, es ist Humor, aber da bleibt etwas an ihm hängen, fürchte ich. Vielleicht hätte Valérie nicht so weit gehen sollen. Aber offensichtlich wollte sie die Wahrheit sagen. Ich kenne sie – sie sagt immer die Wahrheit,”

so Catherine Schwaab, Chefredakteurin der Zeitschrift Paris Match, in der prickelnde Vorabdrucke über das Leben bei Präsidentens zu Hause erschienen.

“Die Franzosen sind in der Krise”, so der Mann auf der Straße (Bargache el Houcine), “die haben ganz andere Dinge im Kopf. Arbeit, ihre Arbeitszeiten, ihre Kaufkraft, ihre Kinder Der Rest ist nur Zeitvertreib.”

In ihrem Buch beschreibt Trierweiler, wie sie und Hollande sich verlieben, während der noch mit der sozialistischen Politikerin Ségolène Royal liiert ist. Von ihr hörte man all die Jahre kein Wort darüber.

Sie spricht auch jetzt nur von der “Würde des Amtes” – als Ministerin.

Mazarine Pingeot-Mitterrand übrigens wollte ihrem Sohn nicht zumuten, in einer Gerüchteküche aufzuwachsen wie sie. Die Schwangerschaft sei für sie das „auslösende Element“ gewesen, ihr Leben zu erzählen – in einem Buch (“Bouche Cousue”, etwa „Redeverbot“).

Sigrid Ulrich