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Billigkonkurrenz: Air France tritt die Flucht nach vorne an

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Billigkonkurrenz: Air France tritt die Flucht nach vorne an

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Air France-KLM will wie die Deutsche Lufthansa angesichts des Wettbewerbsdrucks ihr Billigsegment ausbauen. Die französische Fluggesellschaft verlagere dafür mehr Flüge als bisher auf die Billigtochter Transavia. Sie plant offenbar auch einen Stützpunkt in Deutschland – nach Insider-Informationen in München.

Das Billig-Projekt solle rasch starten, mit europaweiten Flügen schon im Sommer 2015.

Air France leidet wie andere Airlines unter dem harten Wettbewerb. In den 12 Monaten bis Juli 2014 nahmen 7,9 Prozent mehr Passagiere den Billigflieger als im Jahr zuvor, so der europäische Dachverband der Billigairlines (ELFAA). Den Markt mit 216 Millionen Passagieren pro Jahr dominieren Ryanair und Easyjet mit gewaltigem Abstand.

Air France-KLM hatte schon vor einiger Zeit mehr und mehr Flüge auf Transavia verlagert. Jetzt soll noch radikaler umgesteuert werden – laut (Guillaume Schmid von der Pilotenvereinigung (SNPL) will die Airline zum Beispiel verlustträchtige Verbindungen am Flughafen Paris Orly aufgeben und die Slots dafür der Billigtochter zur Verfügung stellen.

Die Piloten sind – wie die Kollegen bei der Lufthansa – über Billigflieger verärgert – die Tochter Transavia zahle wesentlich schlechter als Air France.

Die wichtigste Piloten-Gewerkschaft bei Air France, (SNPL), hat ab Mitte September zu einer Woche Streik gegen den Plan aufgerufen.

Zur Zeit ist die Flugzeug-Flotte von Transavia France auf 18 Maschinen begrenzt. Die Unternehmensführung will diese Zahl in Verhandlungen mit den Piloten erhöhen. Transavia in den Niederlanden verfügt über 30 Flugzeuge.

Air France möchte außerdem Kurz- und Mittelstrecken an seine Billigtochter Hop! übertragen.

Mit dem Programm Transform 2015 hatte die Fluglinie bereits tausende Stellen gestrichen. Das neue Programm mit dem Namen Perform 2020 soll an die noch laufenden Maßnahmen für Kostensenkungen anknüpfen.

mit dpa, AFP