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Ungarischer Spielfilm über Jugend und Rassismus

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Ungarischer Spielfilm über Jugend und Rassismus

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“Home Guards” gehört zu den Filmprojekten, die vom ungarischen Nationalen Filmfonds gefördert werden. Die Dreharbeiten laufen auf vollen Touren. Regie führt die renommierte Filmemacherin Krisztina Goda. “Home Guards” ist eine bitterböse Fabel über den Einfluss von Hassideologien auf junge Menschen und zeigt, wie aus Jugendlichen Schlägertypen werden.

Krisztina Goda: “Mein vorheriger Film ‘Chameleon’ handelte von einem Mann, der alle Menschen, denen er begegnet, belügt. In diesem Film geht es um die Manipulation einer Gruppe. Ich fand es spannend, die Aspekte dieses Themas dramatisch auszuschöpfen.”

Der Film basiert auf auf einer Romanvorlage und wird von der Produktion als das ungarische Pendant zu Tony Kaye’s “American History X” bezeichnet. Rassismus und Gewalt paramilitärischer Organisationen vor allem der Roma-Minderheit gegenüber sind in Ungarn ein dramatisches Problem. Ihr Film nehme Bezug zur Wirklichkeit, sei aber dennoch eine Fiktion, sagt die Regisseurin.

Krisztina Goda: “Die Welt, die wir in unserem Film zeigen, ist erfunden. Diese Organisation existiert nicht. Wir wollten nicht einfach nur die Wirklichkeit nachahmen.”

Im Zentrum der Handlung stehen zwei Brüder ohne Zukunftsperspektive, die vom charismatischen Anführer einer Schlägertruppe angeheuert werden und schon bald als Prügelknaben ihr Unwesen treiben. Viktor Klem spielt den älteren der beiden Badboys.

Viktor Klem: “Am Ende des Films sieht man deutlich, was aus uns geworden ist. Wir sind Glatzköpfe und wie viele junge Männer, die aus Leidenschaft handeln, wissen wir nicht, wann wir aufhören sollen. Selbst wenn wie keine Feinde mehr haben. Wir machen, was wir wollen und scheren uns nicht um anderen.”

Attila Vidnyánszky Jr., der den jüngeren Bruder spielt, kann sich auf gewisse Weise mit der Rolle identifizieren.

Attila Vidnyánszky Jr.: “Ich habe auch im wirklichen Leben einen Bruder. Und diese Atmosphäre auf dem Land, wenn die Jungs auf der Straße herumhängen kenne ich auch.”

Die Dreharbeiten gehen noch bis Ende des Monats. Der Film soll im nächsten Jahr in die Kinos kommen.