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Deutschland: Bahnstreik am Samstagmorgen - Konkurrenzkampf zwischen Gewerkschaften

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Deutschland: Bahnstreik am Samstagmorgen - Konkurrenzkampf zwischen Gewerkschaften

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In Deutschland streikt nach den Lufthansapiloten jetzt auch die Bahn: Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat ihre Mitglieder bundesweit dazu aufgerufen, ab sechs bis neun Uhr die Arbeit bundesweit niederzulegen. Betroffen sind Regional- und Fernzüge, unter anderem die S-Bahnen in Berlin und Hamburg sowie der Güterverkehr.

Hintergrund sind Forderungen nach Lohnerhöhungen: Die GDL will fünf Prozent mehr Geld und eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit. Die Bahn hatte Lohnerhöhungen von 1,9 Prozent angeboten. Zudem geht es um einen Machtkampf zwischen den Gewerkschaften GDL und EVG: Die Lokführergewerkschaft kämpft darum, auch für das übrige Zugpersonal verhandeln zu dürfen. Aber auch die EVG will für alle verhandeln. Laut der Gewerkschaft kam es beim ersten Warnstreik zu Auseinandersetzungen zwischen Mitgliedern der GDL und EVG. Am Montagabend hatte ein Lokführerwarnstreik Zehntausende Reisende und Pendler getroffen.

Die Bahn will dagegen als Bedingung für Verhandlungen über mehr Geld, dass beide Gewerkschaften zusammenarbeiten. “Niemand versteht den Sinn dieser Streiks, abgesehen von der Tatsache, dass eine Gewerkschaft das Spielfeld der anderen erobern will”, kritisierte Personalvorstand Ulrich Weber. Er rief die Gewerkschaft dazu auf, die Aktion abzublasen und wieder zu verhandeln. Die GDL betont in ihrem Aufruf dagegen, mit dem Streik die Bahn an den Verhandlungstisch zurück bringen zu wollen.