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Filmfestspiele in Venedig: Goldener Löwe geht nach Schweden

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Filmfestspiele in Venedig: Goldener Löwe geht nach Schweden

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In Venedig hat die Jury der Filmfestspiele ihr Urteil gefällt: Der Goldene Löwe ging an den schwedischen Regisseur Roy Andersson für “A Pigeon Sat on Branch Reflecting On Existence” – die deutsche Koproduktion erzählt mit lakonischem Humor von Leben, Trauer und Verlust.

Der französische Filmkomponist Alexandre Desplat hatte als Jury-Präsident die Ehre, den ersten Preis auf dem Festival für Andersson anzukündigen. Ein großer Moment für den sichtlich bewegten 71-jährigen Regisseur: “Es ist eine große Ehre, diesen Preis zu erhalten”, so Andersson. “Vor allem hier, in Italien, ein Land, dem das Kino so viele Meisterwerke zu verdanken hat.”

“Eine Taube sitzt auf dem Ast und denkt über die Existenz nach” ist eine Aneinanderreihung von Sketchen – der Film erzählt in starren Einstellungen vom Menschen und ihren Befindlichkeiten. Er ist der letzte Teil einer Trilogie.

Die zweitwichtigste Auszeichnung der 71. Auflage des Festivals ging an “The Look of Silence”: US-Regisseur Joshua Oppenheimer bekam für die Dokumentation über Massaker in den 1960er-Jahren in Indonesien den Großen Preis der Jury.

Der Silberne Löwe ging an den Russen Andrej Kontschalowski. Der Regisseur wurde für “The Postman’s White Nights” ausgezeichnet – Hauptfigur des dokumentarischen Spielfilms ist ein liebenswerter und einsamer Briefträger in einem isolierten Dorf in der Weite Russlands. Protagonist Alexej Trijapzin ist dort auch im echten Leben Briefträger. Auch die anderen Darsteller sind Laien.

Der Spezialpreis der Jury ging an den deutsch-türkischen Beitrag “Sivas”. Die Preise für die besten Darsteller bekam die italienische Produktion “Hungry Hearts”. Der deutsche Beitrag “The Cut” von Fatih Akin ging leer aus.

Das Filmfest Venedigist das älteste der Welt. Es gehört neben den Festivals in Berlin und Cannes zu den wichtigsten der Branche.