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Nach Waffenruhe in Ostukraine: Poroschenko appelliert an Mitverantwortung Putins


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Nach Waffenruhe in Ostukraine: Poroschenko appelliert an Mitverantwortung Putins

Kurz vor dem Ende des NATO-Gipfels in Wales ist in der Ukraine ein Waffenstillstand in Kraft getreten. Präsident Petro Poroschenko hatte die Feuerpause am Donnerstag in Aussicht gestellt, vorausgesetzt, die Konfliktparteien würden zu einer Einigung kommen. Auch der Kreml sei unmittelbar involviert, betonte er am Rande des NATO-Gipfels: “Diese Waffenruhe basiert auf der Grundlage der Vereinbarung, die während der Telefongespräche zwischen dem russischen Präsidenten Putin und mir erreicht wurden. Deswegen liegt es in unser beider Verantwortung dafür zu sorgen, dass die Waffenruhe lange hält.”

An den Verhandlungen der sogenannten Kontaktgruppe in Minsk nahmen auch Angehörigen der selbst ernannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk teil – sie bestehen weiterhin auf einem Sonderstatus für die Ostukraine und behalten ihre Waffen.

Zudem wurde, wie zuvor vom russischen Präsidenten gefordert, ein Gefangenenaustausch vereinbart. Wladimir Putin hatte bei einem Besuch in der Mongolei einen eigenen Friedensplan vorgelegt – Moskau bestreitet, an den Kämpfen beteiligt zu sein.

Skepsis über die Ziele des Kreml seien jedoch trotz Waffenruhe weiterhin angebracht, so der Sicherheitspolitikexperte Jan Techau vom Think Tank "Carnegie Europe": “Wenn man bedenkt, was in der Ostukraine passiert, denke ich, wir sollten Putin nicht wirklich vertrauen. Seine strategischen Ziele haben sich nicht verändert. Sie sind das völlige Gegenteil von dem, was wir wollen, da gibt es keine Übereinstimmung, also wird der Konflikt weiter gehen.”

Ungeachtet der Waffenruhe haben die NATO-Mitglieder ihre Aufrüstung gegenüber Russland beschlossen. Neue Sanktionen sind ebenfalls auf dem Weg. Dazu die Einschätzung des euronews-Korrespondenten James Franey: “Die NATO-Chefs hier in Wales haben die Waffenruhe vorsichtig optimistisch aufgenommen, aber viele Probleme bleiben. Der ukrainische Präsident besteht darauf, dass die territoriale Integrität seines Landes nicht verhandelbar ist; die Rebellen sagen weiterhin, dass sie nicht zur Ukraine gehören wollen. Dieser Konflikt bleibt die schwierigste Hürde für weitere Verhandlungen.”

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

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