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Ebola: "Ärzte ohne Grenzen" kritisiert Ausgangssperre in Sierra Leone

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Ebola: "Ärzte ohne Grenzen" kritisiert Ausgangssperre in Sierra Leone

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Die Hilfsorganisation “Ärzte ohne Grenzen” hat die von der Regierung in Sierra Leone wegen Ebola verhängte Ausgangssperre kritisiert. Eine solche Maßnahme würde die Eindämmung der Krankheit nicht verhindern und könnte sogar zu einer vermehrten Ausbreitung führen, so die Organisation.

Die Regierung verteidigte ihre Entscheidung, bei Erfolg könnte die Sperre sogar verlängert werden, so Informationsminister Alpha Kanu: “Ärzte ohne Grenzen haben vielleicht Recht, mit dem was sie sagen, aber sie beurteilen das vom medizinischen Standpunkt aus, sie sind Pflegekräfte. Wir sind besorgt über die soziale Seite: 0,02 Prozent der Bevölkerung sind von Ebola betroffen, wir haben immer noch 5.999.000 Menschen, die nicht betroffen sind, das sind diejenigen, die wir schützen müssen.”

Während des auf den 19. bis zum 21. September angesetzten Ausgehverbotes sollen Infizierte leichter gefunden werden können, so hofft die Regierung. “Ärzte ohne Grenzen” befürchtet, dass sich das Virus durch Missachtung der Maßnahme eher weiter verbreitet und Verdachtsfälle versteckt werden. 21.000 zusätzliche Sicherheitskräfte sollen die Ausgangssperre überwachen.

Unterdessen ist die Zahl der Ebola-Toten in Sierra Leone, Guinea und Liberia weiter angestiegen: Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) starben 2097 Menschen. Hinzu kämen 23 Fälle mit acht Toten in Nigeria, wo der Ausbruch bislang besser unter Kontrolle ist. Ein Impfstoff gegen Ebola könnte nach WHO-Angaben im November vorliegen. Die Organisation rechnet damit, dass bis zu einer wirkungsvollen Eindämmung der Ebola-Epidemie noch sechs bis neun Monate vergehen können.