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Brüchige Waffenruhe in der Ostukraine

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Brüchige Waffenruhe in der Ostukraine

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Im Ukrainekrieg bezichtigen sich beide Konfliktparteien gegenseitig des Bruches der vereinbarten Waffenruhe.

In der strategisch bedeutsamen Hafenstadt Mariupol kam mindestens eine Frau durch Granatenbeschuss ums Leben. Mehrere weitere Menschen erlitten Verletzungen. Nach Angaben der Stadtverwaltung von Mariupol handelte es sich um die ersten bestätigten Opfer seit Beginn der Feuerpause am Freitag.

Auch in der umkämpften Separatistenhochburg Donezk, in der Zivilisten Schutz in Kellern suchen, sollen nach Verstößen gegen die Feuerpause Menschen ums Leben gekommen sein.

Der ukrainische Außenminister Pawel Klimkin erklärte gegenüber einer deutschen Zeitung, Russland habe jetzt eine besondere Verantwortung, die Aggressionen zu stoppen.

Der Generalsekretär der Menschenrechtsorganisation Amnesty International, Salil Shetty, erhebt schwere Vorwürfe gegen beide Konfliktparteien:

“Wir erhalten Berichte über unterschiedliche Verstöße gegen die Waffenruhe. Dazu gehören zum Beispiel willkürlicher und rücksichtsloser Beschuss. All diese Vorfälle müssen Gegenstand gründlicher Untersuchungen sein und diese verlangen wir auch, weil man sich in dieser Situation eines Krieges nie sicher sein kann. Im Moment deutet alles daraufhin, dass man beiden Seiten Kriegsverbrechen vorwerfen kann.”

Auch der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier zeigte sich besorgt über Verstöße gegen die Waffenruhe in der Ostukraine.

Für einen Waffenstillstand sei sowohl in Kiew als auch in Moskau ein starker politischer Wille notwendig, so Steinmeier.

Ein Führungsmitglied der prorussischen Separatisten erklärte, die Aufständischen hätten ihren Plan eines eigenständigen Staates in der Ostukraine nicht aufgegeben.