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Deauville feiert die Vielfalt des amerikanischen Films

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Deauville feiert die Vielfalt des amerikanischen Films

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Seit 40 Jahren feiert der französische Badeort Deauville sein ganz besonderes Festival des amerikanischen Films. Roter Teppich und Strand lautet die Mischung mit vielen amerikanischen und französischen Leinwandstars. Premieren und Hommagen stehen auf dem Programm und natürlich der offizielle Wettbewerb. Die Vielfalt sei das Besondere an Deauville, meint der Festival-Direktor, Bruno Barde. “Es gibt Studiofilme, Independent Streifen, Dokumentationen. Deauville ist das Festival aller Kinogenres.”

“Wir beurteilen das unabhängige Kino, also Filme, die Risiken eingehen”, erklärt Regisseur und Jury-Mitglied Jean-Pierre Jeunet. “Sobald Regisseure in Sundance oder auf ähnlichen Festivals Erfolg haben, nimmt sie Hollywood unter Beschlag. Und sie werden mehr zu technischen Vollstreckern, zu Filmherstellern.”

Auch die in Hollywood gefragte britische Filmdame Helen Mirren weiß die Bedeutung von Deauville zu schätzen. “Festivals wie dieses sind wichtig für den Fortbestand des unabhängigen, nicht aus kommerziellen Gründen gedrehten Films. Natürlich wollen alle mit Filmen Geld verdienen und auf ein breites Publikum stoßen. Aber Geld verdienen kann man auf unterschiedliche Arten.”

Hellen Mirren präsentiert in Deauville die Bestseller Verfilmung “The Hundred-Foot Journey” von Lasse Hallström.
Die wandlungsfähige Darstellerin spielt darin eine französische Gourmet-Restaurantbetreiberin, die kulinarische Konkurrenz von einem indischen Nachbarn bekommt. Multikulturelles Kino made in Hollywood, “Madame Mallory und der Duft von Curry” lautet der deutsche Titel.

Wie man das Publikum mit anspruchsvollen Filmen ins Kino holt, weiß der diesjährige Jury-Präsident, der renommierte griechisch-französische Filmemacher Costa-Gavras. “Das amerikanische Kino wird allzu oft auf Hollywoodproduktionen und Blockbuster reduziert. Dabei ist es ein außerordentliches Kino, das uns seit Beginn Werke beschert, die uns begeistern und bereichern. Dieses Kino kann im täglichen Leben eine Rolle spielen, wir sollten es verfolgen und loben, wenn es das verdient hat.”

Zu den Ehrengästen von Deauville gehört in diesem Jahr die amerikanische Schauspielerin Jessica Chastain, deren erst kurze aber bemerkenswerte Karriere Streifen wie “Tree of Life” von Terrence Mallick, oder “Zero Dark Thirty” von Kathryn Bigewlow zählen.

Der Film, für den sie eine Oscar-Nominierung erhielt und mit dem Golden Globe ausgezeichnet wurde, handelt von der zehn Jahre währenden Suche nach dem meistgesuchten Terroristen der Welt, Ossama Bin Laden. Der Film zeigt die Geschehnisse aus dem Blickwinkel einer CIA-Agentin, die den Einsatz koordiniert, dargestellt von Jessica Chastain.

Der Tradition gemäß enthüllte die Schauspielerin ihren Namen vor einem der Badehäuschen an der berühmten Strandpromenade des Küstenorts, “les planches” heißt der Walk of Fame von Deauville.

Frédéric Ponsard, euronews: “Die 40. Festivalausgabe verspricht weitere Highlights. Nach Jessicca Chastain werden unter anderem James Cameron, John McTiernan, Abel Ferrara, Frank Miller und Will Ferrell erwartet. Wir berichten über die Preisverleihung in unserem Kinomagazin Cinema.”