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Der tiefe Fall eines Ausnahmesportlers


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Der tiefe Fall eines Ausnahmesportlers

Ehrgeiz, Entschlossenheit und sportliche Höchstleistungen. Eigenschaften, mit denen Oscar Pistorius früher charakterisiert wurde. Er ist der erste Paralympics-Athlet, der bei den Olympischen Spielen mitmachte. 1986 kam der Südafrikaner ohne Wadenbeine zur Welt. Vor seinem ersten Lebensjahr wurden seine Unterschenkel amputiert.

Pistorius – genannt Blade Runner – holte bei den Paralympischen Spielen 2004 in Athen die Goldmedaille.

2012 schaffte er es in London auf 400 Metern bis ins Halbfinale, nachdem er bewies, dass seine Prothesen ihm keinen Vorteil verschaffen.

Einige Monate später brach das makellose Image des Ausnahmeathleten in sich zusammen. Pistorius gab zu, seine Verlobte, das südafrikanische Model Reeva Steenkamp, am Valentinstag 2013 getötet zu haben. Die 29-Jährige wurde im Badezimmer von vier Kugeln getroffen.

Während des Prozesses begründete Pistorius, er habe seine Freundin für einen Einbrecher gehalten. Die Staatsanwaltschaft geht jedoch von vorsätzlichem Mord aus.

Für die beiden Familien war der Medienrummel ein Albtraum.

Bei den Anhörungen brach Pistorius mehrmals in Tränen aus; wie Anfang April, als er den Anblick des Badezimmers nach der Bluttat beschrieb. Er habe die Badezimmertür aufgeschleudert, sich zu Reeva gesetzt und geweint, er wisse nicht mehr, wie lange. Sie habe zu dem Zeitpunkt nicht mehr geatmet. Die Richterin unterbrach die Verhandlung.

Ein weiterer einschneidender Moment des Prozesses: Es wurde ein Video gezeigt, in dem der Hobbyschütze auf eine Wassermelone schießt. Für den Staatsanwalt – genannt Pitbull – ein Beweis, dass Pistorius seine Freundin in einem cholerischen Anfall tötete.

Im Juni wurde der Sportler in einer psychiatrischen Klinik untersucht. Die Verteidigung hatte Pistorius Angststörungen attestiert. Doch vier Experten kamen zum Schluss, Pistorius sei in der Tatnacht voll zurechnungsfähig gewesen.

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

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