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Schotten - bald allein zu Haus?

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Schotten - bald allein zu Haus?

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Das britische Pfund ist deutlich unter Druck geraten – eine am Wochenende veröffentlichte Umfrage des Forschungsinstituts YouGov hatte zum erstenmal eine Mehrheit für eine Abspaltung Schottlands von Großbritannien ergeben.

“Damit steht aber nicht nur die britische Union von 1707 zur Disposition, sondern es stellt sich auch die Frage nach der Währung”,
so Christian Apelt, Devisenexperte bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba).

Kein Problem, auch außerhalb des Vereinigten Königreichs, meint der schottische Regierungschef Alex Salmond – und lockt mit dem Beibehalt des britischen Pfunds.

Außerdem verspricht Salmond den Abzug der ungeliebten britischen, mit Atomraketen bestückten U-Boot-Flotte – und hält auch eine weitere Mitgliedschaft in der Europäischen Union für gesichert. Der britische Regierungschef David Cameron will die Briten 2017 über die Beibehaltung der EU-Mitgliedschaft abstimmen lassen.

Unabhängigkeitsgegner warnen vor dem Verlust von Arbeitsplätzen, sollte sich Schottland vom britischen Binnenmarkt verabschieden.

David Frost, Scotch Whisky Association:

“Im Moment haben wir das große britische diplomatische Netzwerk, stark ausgerichtet auf Wirtschaftsförderung. Wir sind Teil eines ziemlich großen Landes, das der Industrie Rückendeckung geben kann – ein unabhängiges Schottland wäre dazu vielleicht nicht in der Lage.”

Andererseits müssten unabhängige Schotten die Einkünfte aus der Gas- und Ölförderung in der Nordsee nicht mehr mit dem Rest des Königreichs teilen – knapp 9 Milliarden Euro Steuern bringt sie jedes Jahr ein. Die Reserven sollen rund 5 Billionen Euro wert sein.

Andrew Failie, Restaurantbetreiber:

“Ich würde zu einer viel besseren Zukunft ‘ja’ sagen. Ich glaube nicht, dass der Status quo länger akzeptabel ist. Ich meine, wir brauchen den Wandel und der einzige Weg zu Veränderungen eine bessere Richtung ist eine Ja-Stimme, eine Stimme für eine souveräne Regierung.”

Vor der Abstimmung am 18. September habe man keinen “Plan B”, hatte die Regierung in London noch vor weniger Tagen verkündet. Nach Medienberichten (“Observer”) wollen die drei etablierten britischen Parteien, Torys, Labour und Liberaldemokraten, den Schotten nun ein weitreichendes Angebot machen, um sie zum Bleiben zu bewegen. “B” wie “bleiben”.

su mit dpa, Reuters, AFP