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Wird Titos KZ-Insel zur Hotelanlage?

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Wird Titos KZ-Insel zur Hotelanlage?

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Goli Otok ist ein ödes Eiland in der Adria vor der kroatischen Küste. Von 1949 bis 1956 befand sich hier ein Straflager für politische Gefangene. Mehr als 13.000 Menschen waren inhaftiert, weil das Jugoslawien Titos sie verdächtigte, mit Stalins Sowjetunion zu sympathisieren.

Zlatko Hill verbrachte 47 Monate auf Goli Otok, weil er Stalin unterstützt haben soll. Noch heute weist er diese Anschuldigung als unwahr zurück: “Hier stand das Empfangskomitee. Alle Gefangenen mussten in zwei Reihen an diesen beiden Seiten antreten. Und dann begrüßten sie die Neuen, indem sie sie bespuckten und schlugen”, erinnert sich der Ex-Häftling.

Bis 1989 wurde Goli Otok als Gefängnisinsel genutzt. Seither verfällt sie. Die kroatische Regierung hat Goli Otok jetzt im Rahmen ihres Privatisierungsprogramms zum Kauf angeboten. Die ehemaligen Häftlinge sind entsetzt.

Die Vereinigung der Ex-Häftlinge befürchtet, dass ein Investor sie in eine Hotelinsel verwandelt. Der bunt bemalte “Goli Express” eines örtlichen Tourismus-Anbieters schuckelt schon jetzt Besucher über “Titos KZ” ohne über das Straflager zu informieren. Den Ex-Gefangenen wäre es lieber, würde man aus Goli Otok eine Museums-Insel machen.

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GOLI OTOK "nackte Insel" Ein Rundgang über Titos ehemalige Gefängnis-Insel in der Adria