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Poker um die Ostukraine: Die Waffenruhe bleibt fragil

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Poker um die Ostukraine: Die Waffenruhe bleibt fragil

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Die seit Freitag geltende Feuerpause in der Ostukraine wird immer wieder gebrochen. Bewohner von Donezk inspizierten am Dienstag Schäden, die bei einem Angriff auf Ziele in einem bewohnten Gebiet enstanden seien sollen. Dabei wurde offenbar eine Frau verletzt und ein öffentlich genutztes Gebäude beschädigt.

Rebellen beschossen nach Angaben Kiews Regierungstruppen am Flughafen von Donezk, seit Beginn der Waffenruhe seien fünf ukrainische Soldaten getötet und Dutzende verwundet worden.

Dennoch gibt es offenbar Interesse, die Waffenruhe nicht offiziell scheitern und so den Verhandlungsweg offen zu lassen.

“Im Allgemeinen blieb die Situation heute stabil”, so ein Sprecher der ukrainischen Streitkräfte am Dienstag. “Beide Seiten respektierten die Feuerpause weitgehend, es ist der erste einigermaßen ruhige Tag in der Ostukraine. Aber in der Zwischenzeit verstärken die Terroristen ihre Positionen.”

Der russische Außenminister Sergei Lawrow hatte der Regierung in Kiew bei einer Pressekonferenz in Moskau zuvor ebenfalls vorgeworfen, die eigenen Stellungen auszubauen und Angriffe vorzubereiten.

“Die westlichen Länder haben der ukrainischen Regierung keinen Blankoscheck ausgestellt, der ihnen erlauben würde, in den kommenden Monaten beliebig zu agieren und darüber zu vergessen, dass die Umsetzung von Übereinkünften die Grundlage für die Beilegung eines jeden Konfliktes ist”, so Lawrow.

Der russische Außenminister forderte erneut baldige Verhandlungen über den Sonderstatus der Gebiete in der Ostukraine.

Die Separatisten beanspruchen die Kontrolle über die gesamte südostliche Region – inklusive der von der Regierung kontrollierten Stadt Mariupol, auf die es am Dienstag ebenfalls Angriffen gab.

euronews-Korrespondent Sergio Kantone in Kiew: “Die sporadischen Gefechte während der Waffenruhe könnten zwei Dinge bedeuten: Entweder testen sich die Seiten gegenseitig und versuchen, die Verhandlungen zu beeinflussen. Oder, und das ist die skeptischere Einschätzung vieler Ukrainier, eine der beiden Seiten bereitet eine größere Offensive vor, die über die derzeitigen Frontlinien hinausgeht.”