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Suezkanal-Finanzierung: Al-Sisi läßt tief graben

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Suezkanal-Finanzierung: Al-Sisi läßt tief graben

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Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit: Ägypten will bereits im kommenden Jahr den ersten Abschnitt des neu ausgebauten Suezkanals eröffnen. Schneller, als noch von der Vorgängerregierung geplant.

72 Kilometer liegen zwischen Suez am Roten Meer und Port Saïd am Mittelmeer. Etwa die Hälfte der Wasserstraße wird erweitert, die andere Hälfte wird neu gebaut.

Dadurch sollen der Verkehr in beide Richtungen und eine Zeitersparnis von acht Stunden ermöglicht werden.

Das Vorzeigeprojekt des Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi soll die Wirtschaft des Landes ankurbeln – ebenso wie seine Sympathiewerte.

Der Kanal bringt Ägypten jährlich Einnahmen von fast vier Milliarden Euro, durch die neue Wasserstraße könnten sich diese bis 2023 auf fast elf Milliarden Euro erhöhen.

Der Suezkanal ist bereits 145 Jahre alt. Unter Präsident Gamal Abdel Nasser wurde er 1956 gegen den Willen britischer und französischer Aktionäre verstaatlicht. Nach dem Sechs-Tage-Krieg und insgesamt acht-jähriger Schließung wurde der Suezkanal 1975 wieder geöffnet.

Die kompletten Umbau- und Erweiterungsarbeiten sollen in fünf Jahren abgeschlossen sein. Geschätzte Kosten: drei Milliarden Euro. Geld, das der Staat mit neu aufgelegten Anteilscheinen einzunehmen hofft. Der Zins beträgt bis zu zwölf Prozent. Nur Ägypter können sich beteiligen.

Den größten Profit erhofft sich Ägypten von einem logistischen Drehkreuz, das am Suezkanal entstehen soll.