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Volksentscheid: London lockt Schotten mit mehr Autonomie

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Volksentscheid: London lockt Schotten mit mehr Autonomie

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Neun Tage vor dem schottischen Unabhängigkeitsreferendum wird der Ton schärfer zwischen London und Edinburgh. Am Tag nach einem “Nein” werde Großbritannien den Schotten mehr Eigenständigkeit zugestehen, zum Beispiel in der Steuerpolitik, versprachen Vertreter der drei größten britischen Parteien – Konservative, Labour
und Liberaldemokraten.

“Bestechung” keifte Schottlands Regierungschef Alex Salmond zurück, prominentester Vertreter des “Ja”.

Vor Ort macht sich Zukunftsangst breit, seit Umfragen eine “Ja”-Mehrheit signalisieren.

Gavin Jones, Ladenbesitzer im englischen Grenzort Berwick:

“Mehr als die Hälfte unseres Umsatzes kommt von der anderen Seite der Grenze. Wir verwenden schottisches Geld, englisches Geld – das ist für uns Jacke wie Hose. Eine schottische Fünf-Pfund-Note sind fünf Pfund Sterling. Wenn Schottland unabhängig wird, könnten 5 schottische Pfund 3 Pfund Sterling werden oder sieben Pfund. Das kompliziert unsere Preisgestaltung, und höhere Bankgebühren werden nicht lange auf sich warten lassen.”

Die Stadt liegt auf der nördlichen, eigentlich schottischen Seite des Flusses Tweed. Die Grenze läuft um Berwick herum, die nördlichste Stadt Englands.

Isabel Jäger, Bürgermeisterin von Berwick:

“Es könnte wieder eine Grenze geben, und wenn wir tatsächlich wieder Reisepässe brauchen….die Leute in Berwick wechseln permanent hin und her über diese Grenze, stündlich, täglich. Das könnte das Leben der Menschen schon verändern.”

In welche Richtung, ist fast völlig offen. Die Szenarien gehen bis hin zu Euro und EU-Mitgliedschaft, während England nach seinem Referendum in drei Jahren austritt.

In einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage sprachen sich 41 Prozent der Befragten für die Union aus; genauso viele waren dafür, dass Schottland unabhängig wird.

su mit dpa