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Apple feiert sein Uhr-Erlebnis

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Apple feiert sein Uhr-Erlebnis

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Drei Jahre nach dem Ende der “Ära Steve Jobs” findet Apple offenbar in seine alte Rolle zurück:
Der Elektronikhersteller stößt zum erstenmal seit dem iPad-Tablet in eine neue Produktkategorie vor – seine erste Computeruhr. Dazu kommen neue größere iPhones. Ein Apple-Bezahldienst soll die Brieftasche ersetzen.

Die Fachwelt reagierte überwiegend wohlwollend auf den am Dienstag präsentierten Innovationsschub:

Bob O’Donnell, Technologie-Analyst:

“Ich meine, eingefleischte iPhone-Nutzer werden in Scharen auf das iPhone 6 aufstocken – eine Menge Apple-Leute haben bei ihren Freunden die größeren Android-Handys gesehen und wollen diese größere Bildschirme auch. Deshalb rechne ich mit echtem Wachstum. Apple dürfte mit dem der iPhone 6 Marktanteile von Android zurückgewinnen.”

In Deutschland soll das iPhone 6 ab 699 Euro und das iPhone 6 Plus ab 799 Euro kosten; Verkaufsstart ist am 19. September.

Konzernchef Tim Cook will als würdiger Jobs-Nachfolger punkten, vor allem mit der seit Langem erwarteten Apple Watch. Sie soll verschiedene Smartphone-Funktionen übernehmen: Unter anderem das Wetter anzeigen, als Stoppuhr dienen und Gesundheitsdaten sammeln. Man kann Anrufe starten und beantworten, Kurznachrichten diktieren und die Musik-Wiedergabe steuern. Die Uhren können auch direkt miteinander kommunizieren. Man kann sie in einigen Hotels als Zimmerschlüssel benutzen oder sich Informationen zu einem Flug anzeigen lassen.

“Wir glauben, dass dieses Gerät neu definieren wird,
was die Menschen von dieser Produktkategorie erwartet”, sagte Cook.

Nach der Vorstellung der Apple-Watch hoffen auch die Konkurrenten auf den Durchbruch ihrer jüngsten Produktkategorie. “Bis 2020 rechnen wir damit, dass der Smartwatch-Markt 10 Milliarden Euro erreichen wird. Bis dahin dürften 92,6 Millionen Uhren verkauft werden”, meint Analyst Martin Scott von Analysys Mason. Der Schub werde aber erst kommen, wenn die rund 400 Euro teure Apple-Watch im kommenden Frühjahr verfügbar ist.

Und während sich in Japan die ersten Unentwegten rituell in der Warteschlange vor den Apple-Läden trafen, blieb die Börse zurückhaltend.

Während der iPhone-Präsentation zog der Apple-Kurs um beinahe 5 Prozent an. Und verlor fast alles wieder, als die Uhr dran war.

su mit Reuters, dpa