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Ebola: Weltgesundheitsorganisation befürchtet tausende neue Fälle

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Ebola: Weltgesundheitsorganisation befürchtet tausende neue Fälle

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Die gemeldeten Ebola-Todesfälle und die Infektionszahlen haben sich innerhalb von drei Wochen mehr als verdoppelt. Die Zahl der registrierten Ebola-Toten in Westafrika sei auf 2.296 gestiegen, so die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Auch die Zahl der gemeldeten Ebola-Infizierten sei in diesem Zeitraum um mehr als das Zweifache gewachsen – und zwar auf 4.293. Die WHO rechnet jedoch mit weit mehr Infektionen und Todesfällen, es gebe vor allem in abgelegenen Gebieten der betroffenen Länder eine hohe Dunkelziffer.

Am stärksten betroffen sind nach den jüngsten WHO-Daten vom 6. September Liberia, Guinea und Sierra Leone. Patienten gebe es aber auch in Nigeria und im Senegal. Besonders prekär ist die Lage in Liberia, hier wurde knapp die Hälfte der Infizierten gemeldet.

Eine Nigerianerin war vor kurzem von einer Afrikareise nach Italien zurückgekehrt. Ihre verdächtigen Symptome wurden laut Krankenhaus in der Region Marche als Malaria identifiziert.

Ein an Ebola erkrankter US-Amerikaner wurde in das Emory University Hospital in Atlanta im Bundesstaat Georgia gebracht. Der Mann war zuvor mit einem Spezialflugzeug aus Westafrika nach Amerika geflogen worden. Er soll auf derselben Isolierstation behandelt werden, auf der schon zwei andere US-Mediziner betreut und nach zwei Wochen als geheilt entlassen wurden.

Die Weltgesundheitsorganisation befürchtet tausende neue Fälle, allein im September.

Gegen die Epidemie in Westafrika kämpften zur Zeit acht Mitarbeiter des Robert Koch-Instituts und fünf des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin in Guinea und Nigeria, so der deutsche Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU). Das Robert Koch-Institut arbeite an einem Trainingsprogramm für den Umgang mit Ebola-Verdachtsfällen.

Die USA schicken im Kampf gegen die Ebola-Epidemie rund 100 weitere Helfer nach Liberia, Guinea, Nigeria und Sierra Leone. Darunter seien 25 Ärzte, 45 Pfleger und anderes Personal, so die Hilfsorganisation USAID.

US-Präsident Barack Obama findet militärische Ausstattung und Personal notwendig, um etwa Isolierstationen einrichten zu können und Helfer beim Aufbau der Stationen zu schützen.

su mit dpa, AFP