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Eine Woche vor dem Unabhängigkeitsreferendum: London versucht, Schottland zu retten

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Eine Woche vor dem Unabhängigkeitsreferendum: London versucht, Schottland zu retten

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Knapp eine Woche vor dem Referendum über die schottische Unabhängigkeit steigt in London offenbar die Angst vor einer Abspaltung des Landesteils. Die Führer der drei großen Unionisten-Parteien sagten ihre Parlamentstermine kurzfristig ab und reisten nach Schottland, um für einen Verbleib im Vereinigten Königreich zu werben. Sein Herz würde brechen, würde Schottland die Familie der Nationen verlassen, so Premierminister David Cameron. Er warnte vor weitreichenden Konsequenzen, unter anderem dem Verlust des Pfunds: “Vielleicht denken die Menschen, dies sei eine Wahl wie jede andere, dass sie eine Entscheidung fällen und fünf Jahre später ihre Meinung wieder ändern können, weil sie den verdammten Tories einen Denkzettel verpassen wollen. Aber dies ist keine normale Wahl. Das ist keine Entscheidung für die kommenden fünf Jahre, das ist eine Entscheidung für das nächste Jahrhundert.”

Im Falle eines Neins zur Unabhängigkeit hatte London dem schottischen Parlament mehr Macht in Steuer- und Finanzfragen versprochen. Regierungschef Alex Salmond kann das nicht überzeugen. Das Angebot sei vielen Schotten zu wenig und komme zu spät: “Zu wenig, weil dem Parlament nicht die Macht geboten wird, die es bei einer Unabhängigkeit hätte und weil London nicht erklärt, wie wir das staatliche Gesundheitssystem ohne wirkliche finanzielle Macht beschützen können”, so Salmond. “Zu spät, weil diese Aktion der letzte verzweifelte Griff nach dem Strohhalm ist.”

In acht Monaten wird im gesamten Vereinigten Königreich gewählt – für den britischen Regierungschef steht damit viel mehr als nur Schottland auf dem Spiel, so unsere Korrespondentin Joanna Gill: “Der kurzfristige Besuch kommt nur 24 Stunden nach dem London Edinburgh mehr Macht versprochen hat. Ist das wirklich zu wenig, zu spät? Sicher ist, dass Cameron unter Druck steht – er könnte nicht nur Schottland verlieren, sondern auch sein Amt.”