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Katalanen erwarten mit Interesse Abstimmung in Schottland

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Katalanen erwarten mit Interesse Abstimmung in Schottland

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Die Katalanen blicken mit großem Interesse nach Schottland, wo in einer Woche über die Unabhängigkeit abgestimmt wird. Viele der 7,6 Millionen Einwohner der wirtschaftsstarken Region fragen sich, warum London ein solches Referendum zulässt, Madrid aber nicht. Ian Hudghton, Vertreter der schottischen Nationalpartei im Europaparlament, ist zuversichtlich, dass im Fall der Unabhängigkeit Schottlands eine gute Nachbarschaft zwischen den Regierungen in London und Edinburgh möglich sein wird. Ob hingegen die für den 9. November in Katalonien geplante Abstimmung stattfinden wird, ist fraglich, denn die Verfassung Spaniens lässt sie nicht zu. “Katalonien ist eine alte europäische Nation”, meint Ernest Maragall, der die spanischen Region im Europaparlament vertritt. “Sie sollte entsprechend handeln. Wir fordern von Europa nichts, wir erwarten keinen Schutz.” Nach Meinung der Expertin Sonia Piedrafita sind die Fälle Schottland und Katalonien unterschiedlich gelagert. Die Abstimmung in Schottland widerspreche den geltenden Gesetzen nicht: “Schottland könnte sich für einige Ausnahmeregelungen entscheiden, zugleich aber das britische Pfund behalten, ohne eine unabhängige Zentralbank zu fordern. In dem Fall Kataloniens hingegen wird die spanische Zentralregierung vermutlich Beratungen über eine Unabhängigkeit und das geplante Referendum ablehnen. Man kann davon ausgehen, dass die katalanische Regierung eine solche Entscheidung respektieren wird. Andernfalls macht sie sich des zivilen Ungehorsams schuldig.” Die Regionalregierung in Barcelona will in der nächsten Woche die rechtliche Grundlage für die Volksabstimmung schaffen.