Eilmeldung

Eilmeldung

Londoner Charmeoffensive vor Referendum in Schottland: "Das hätten sie schon vor einem Jahr machen sollen"

Sie lesen gerade:

Londoner Charmeoffensive vor Referendum in Schottland: "Das hätten sie schon vor einem Jahr machen sollen"

Schriftgrösse Aa Aa

Schottland steht eine Woche vor dem Referendum über seine Unabhängigkeit und London gibt zumindest verbal alles für die Einigkeit des Königreichs: Premier David Cameron und die Spitzenpolitiker der Opposition reisten am Mittwoch in ungewöhnlicher Einigkeit in den nördlichsten Landesteil. Die Parlamentstermine in der britischen Hauptstadt wurden kurzfristig abgesagt. Tags zuvor versprach London Edinburgh im Falle eines Neins zur Unabhängigkeit mehr Macht in Steuer- und Finanzfragen.

Für Cameron steht mit Schottland auch seine Wiederwahl als Premier auf dem Spiel. Die Londoner Führung scheint in Panik – oder nicht? euronews sprach mit dem politischen Analysten David Torrance: “Was nach Panik aussieht, könnte einfach nur ein Medienhype sein, die meisten Wähler sehen die Dinge nicht von diesem Standpunkt. Meiner Einschätzung nach geht es darum, dass das alles zu wenig ist und zu spät kommt. Jetzt erst kommen die drei Parteienführer aus Westminster, bombardieren Schottland mit Liebeserklärungen und sagen, bitte geht nicht. Das ist schön, aber das hätten sie schon vor einem Jahr und regelmäßiger machen sollen.”

Der schottische Regierungschef Alex Salmond bezeichnete den Besuch der Londoner Unionisten als “verzweifelt”. Er wolle Arbeitsplätze schaffen, Cameron und Co. nur ihren Job retten.

Tage vor der Abstimmung am 18. September sagen Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Nationalbewegung und Anhängern der Einheit voraus. Zehn Prozent der Wähler seien demnach noch unentschieden. Einer am Mittwochabend von der Zeitung "Daily Record" veröffentlichten Umfrage zufolge, liegen die Gegner der Unabhängigkeit wieder vorne.